Wachstumspläne
Skodas neuer Chef will den Absatz verdoppeln

Die Vorgabe aus Wolfsburg ist eindeutig: Der Auftrag von VW-Chef Martin Winterkorn lautet, Skoda zur Einstiegsmarke für Kunden weltweit zu machen. Die VW-Tochter soll 2020 mehr als 1,5 Millionen Autos verkaufen. Das Wachstum kommt aus China und Indien.
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BERLIN. Der neue Chef von Volkswagens tschechischer Tochter Skoda, Winfried Vahland, hat die Messlatte wenige Wochen nach Dienstantritt in Mlada Boleslav hoch gelegt. "Im Jahr 2020 verkaufen wir mindestens 1,5 Mio. Autos", sagte Vahland gestern am Rand einer Fachveranstaltung in Berlin. Geht der Plan auf, gelänge Skoda eine Verdopplung des Absatzes. Vahland zufolge wird die Marke in diesem Jahr 750 000 Fahrzeuge verkaufen - nach 684 226 Einheiten im Jahr 2009.

Der Auftrag von VW-Chef Martin Winterkorn lautet, Skoda zur Einstiegsmarke für Kunden weltweit zu machen. Der Konzernchef hatte sich im Frühjahr darüber beklagt, dass Skoda stattdessen mit VW-Modellen wie dem Passat konkurriere. "Skoda weltweit ist kein billiger Volkswagen", betonte Vahland gestern, Skoda sei eine eigenständige Marke, die weltweit aufgebaut und positioniert werden müsste. Als Markenkern nannte Vahland "raumorientierte, funktionale und praktische Autos für die ganze Familie". Im Konzern soll Skoda den Angriff der Koreaner Hyundai und Kia abwehren.

Auch Audi legt kräftig zu

Vahland, zuvor VW-Statthalter im wichtigsten Markt China, führt die Volumenmarke seit September. Erfüllt der ehrgeizige Manager seine Aufgabe, gilt er als einer der aussichtsreichen Kandidaten für die Winterkorn-Nachfolge in einigen Jahren. Skoda werde den Wachstumskurs der vergangenen Jahre nicht nur fortsetzen, sondern ihn "spürbar verstärken", kündigte Vahland gestern auf dem Kongress des Fachmediums Automobilwoche an. "Skoda steht vor einem neuen internationalen Wachstumsschub."

Im Mittelpunkt stehen die Schwellenländer China, Indien und Russland. Um dort erfolgreich zu sein, kündigte Vahland ein neues Kleinwagenmodell unterhalb des bisherigen Einstiegsproduktes Fabia an. Konzernkreisen zufolge wird Skoda ein eigenes Angebot auf Basis der VW-Kleinwagenplattform New Small Family anbieten.

Um die Modelle im größten und immer härter umkämpften Automarkt China an den Mann zu bringen, investieren die Tschechen in das Vertriebsnetz. "Vor drei Jahren hatten wir gerade einmal 100 Händler in ganz China, heute sind es etwa 250, im nächsten Jahr soll es bereits 400 Betriebe sein", kündigte Vahland an. "Und im Jahr 2015 wollen wir mehr als 600 Händler in China etablieren." Insgesamt seien das fast 15 000 Menschen, die zügig eingestellt und geschult werden müssten. In China hat Skoda den Absatz in den ersten neun Monaten um 65 Prozent gesteigert.

Auch die VW-Tochter Audi profitiert kräftig vom China-Geschäft. Der Konzern will 2010 mehr als 1 Mio. Autos verkaufen und damit den eigenen Verkaufsrekord von 2008 übertreffen. Der Umsatz wuchs dank der kräftig gestiegenen Nachfrage vor allem in Asien zwischen Januar und September um fast 20 Prozent auf 26 Mrd. Euro, das operative Ergebnis von 1,2 Mrd. auf nun 2,3 Mrd. Euro.

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