Wachstumsprognose gesenkt
Stada schockt die Anleger

Der Arzneimittelhersteller Stada rechnet damit, dass das Geschäft schwächer wächst als bislang gedacht. Investoren reagieren geschockt auf die neue Geschäftsprognose des Unternehmens für das laufende Jahr.

HB FRANKFURT. Das im Nebenwerteindex MDax notierte Unternehmen verlor ein Viertel seines Börsenwerts, der stärkste Kursverlust seit Jahren. Der Vorstand bezeichnet es als offen, ob die bislang geplante prozentual zweistellige Wachstumsrate 2008 erreicht wird, und spricht nur noch von einem "erneut deutlichen Umsatzzuwachs". Analysten hatten zuletzt im Schnitt einen Anstieg von 14 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro prognostiziert.

Außerdem geht das Unternehmen davon aus, den Konzerngewinn gegenüber dem Vorjahresniveau von 105,1 Millionen Euro prozentual deutlich zweistellig steigern zu können. Der Überschuss werde aber voraussichtlich nicht den um Sondereffekte bereinigten Konzerngewinn von 146,8 Millionen Euro im Jahr 2007 erreichen. Analysten hatten dagegen zuletzt mit einem Anstieg um 65 Prozent auf 173 Millionen Euro gerechnet.

Stada verwies auf ein durch Regulation und Wettbewerb geprägtes schwieriges Umfeld in zahlreichen europäischen Märkten. Insbesondere im Heimatmarkt Deutschland hätten sich die Geschäftssaussichten eingetrübt. Nähere Gründe wurden nicht genannt.

Im ersten Halbjahr steigerte Stada seinen Umsatz nach vorläufigen Zahlen um zwölf Prozent 822,8 Millionen Euro, der Konzerngewinn legte um etwa elf Prozent auf 64,7 Millionen Euro zu. Der Vorstand erwartet zwar, dass sich das Geschäft im zweiten Halbjahr in einigen Märkten wieder beleben wird. Insgesamt würden die Ergebnisse aber von einer "gedämpften Wachstumsdynamik" geprägt.

Das Management habe darauf bereits reagiert. "So werden verschiedene Konzerneinheiten vertrieblich neu ausgerichtet und die Zielvorgaben für die kontinuierliche Kostenoptimierung des Konzerns überarbeitet", teilte das Unternehmen mit. Ein Sprecher wollte keine Details nennen.

Unverändert sucht der Hersteller von kostengünstigen Nachahmermedikamenten und Markenprodukten wie "Grippostad C" und "Ladival Sonnenmilch" aber auch nach passenden Übernahmezielen, um sein Wachstum voranzutreiben. Zuletzt war Stada aber selbst wieder in den Fokus von Übernahmespekulationen gerückt.

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