Industrie

_

Wachstumsprognose: Industrie gibt sich vorsichtig optimistisch

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet für 2013 ein leichtes Wachstum. In seiner Prognose gibt sich der Verband zwar deutlich optimistischer als die Regierung. Zypern sorgt aber weiter für Unsicherheit.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, ist optimistisch für 2013. Quelle: dpa
Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, ist optimistisch für 2013. Quelle: dpa

Hannover/BerlinDie deutsche Industrie verbreitet wegen der wieder aufgeflammten Schuldenkrise nur vorsichtigen Optimismus. Die meisten Branchen erwarten für 2013 erst in der zweiten Jahreshälfte spürbare Impulse, die sich dann auch in mehr Investitionen niederschlagen könnten. „Wir sehen gute Chancen, dass die Wirtschaft im Laufe des Jahres deutlich an Fahrt gewinnt“, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo am Montag auf der Hannover Messe. Er rechne mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung, die nur plus 0,4 Prozent erwartet. Knackpunkt sei das Anspringen der Investitionen, betonte Grillo. „In den letzten fünf Quartalen waren die Investitionen rückläufig. Das muss sich ändern.“

Anzeige

Große Teile der Industrie hatten nach den Boomjahren 2010 und 2011 im vorigen Jahr die Abkühlung der globalen Konjunktur zu spüren bekommen. Vor allem im Schlussquartal 2012 liefen die Geschäfte mau, die gesamte Wirtschaft war mit 0,6 Prozent so stark geschrumpft wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. Seitdem verzögert sich die erhoffte Erholung. Denn wegen der chaotischen Zypern-Rettung und des politischen Patts in Italien ist die Euro-Krise zurückgekehrt und mit ihr auch die Unsicherheit für die Betriebe.

Chinesen kaufen zunehmend deutsche Firmen

  • Übernahmen

    Auf den Einkaufszetteln chinesischer Unternehmen stehen immer mehr deutsche Firmen und ihre Technologien. Eine Auswahl an Übernahmen, Einstiegen und Kooperationen des Jahres 2012.

  • Putzmeister

    Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar das schwäbische Unternehmen. Die 1200 Arbeitsplätze in Deutschland sind bis Ende 2020 gesichert.

  • Sunways

    Ein Drittel der Aktienanteile an dem Konstanzer Photovoltaik-Konzern sichert sich im Februar LDK Solar.

  • Rhenus Midgard

    Im Februar wird bekannt, dass das deutsche Logistikunternehmen in Kooperation mit der Jade Werke GmbH die Marinestadt Wilhelmshaven zu einem Offshore-Standort ausbaut. Jade Werke ist eine hundertprozentige Tochter der chinesischen Schiffbau- und Investmentgruppe Jiangsu Hantong Heavy Industry Group.

  • Kiekert

    Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt im März den nordrhein-westfälischen Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme.

  • Schwing

    Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers.

  • Solibro

    Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

  • Tailored Blanks

    Laut einem Medienbericht steht der Stahlkonzern ThyssenKrupp Ende August vor dem Verkauf seiner auf Karosseriebleche spezialisierten Tochterfirma an Wuhan Iron and Steel (Wisco). Das Essener Unternehmens bestätigt bislang lediglich, dass Verkaufsgespräche geführt würden, nennt aber nicht den oder die Verhandlungspartner.

  • Kion

    Ende August bestätigt der Baumaschinenhersteller Shandong Heavy Industry sein Interesse an dem Wiesbadener Gabelstaplerproduzenten.

„Das größte Risiko geht unverändert von der Euro-Schuldenkrise aus“, betonte etwa der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Das Zypern-Problem habe die Stimmung der Firmen bereits getrübt und der Schwebezustand in Italien könnte ihre Zuversicht längerfristig belasten. „Ohne eine Rückkehr von Vertrauen werden jedoch die Investitionsgüter- und damit auch die Stahlkonjunktur nicht wieder anspringen.“ Der Verband bekräftigte seine Prognose, wonach die Rohstahl-Produktion in Deutschland 2013 mit rund 43 Millionen Tonnen nur minimal zum Vorjahr steigt. 2007 hatte die Branche noch 48,5 Millionen Tonnen hergestellt. Sie setzt darauf, dass die Konjunktur bei Kunden wie dem Maschinenbau, der Auto- und der Bauindustrie in der zweiten Jahreshälfte anzieht.

  • Die aktuellen Top-Themen
Übernahme von Concur: SAP will mit aller Macht in die Cloud

SAP will mit aller Macht in die Cloud

Es ist der teuerste Zukauf der Firmengeschichte: SAP übernimmt mit Unterstützung der Deutschen Bank den Cloud-Anbieter Concur. Die Strategie ist richtig – aber auch zu diesem Preis?

Obst und Gemüse Kongress 2014: „Wenn die Kanonen donnern, krachen die Preise“

„Wenn die Kanonen donnern, krachen die Preise“

Auf die EU-Sanktionen antwortet Russland mit eigenen Strafmaßnahmen. So gilt ein Einfuhrstopp für Obst und Gemüse. Während die einen Händler Hilfe von der Politik fordern, fürchten andere langfristig Nachteile.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläumsfestivitäten – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer