Wachstumsprognose
Merck hält an Pharmastrategie fest

Von der jüngsten Pechsträhne will sich der Pharma- und Chemiekonzern nicht beirren lassen. Eine neue Organisation soll der Pharmaforschung mehr Effizienz bringen. Wichtig ist auch eine bessere Abstimmung mit der US-amerikanischen Zulassungsbehörde. Welche Produkte Marktchancen haben.
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FRANKFURT. Der Pharma- und Chemiekonzern Merck rechnet ungeachtet der jüngsten Rückschläge in der Arzneimittelentwicklung weiterhin mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten für seine Pharmasparte. "Wir gehen davon aus, dass Merck im Pharmageschäft auch in den nächsten Jahren stärker wächst als der Markt und das langfristige Ziel einer operativen Umsatzrendite von 25 Prozent erreichen kann", sagte Elmar Schnee, der Leiter der Merck-Pharmasparte dem Handelsblatt.

Das Darmstädter Unternehmen musste jüngst eine Serie von Enttäuschungen verkraften. So hat die europäische Zulassungsbehörde Emea vor wenigen Wochen eine Zulassung des Merck-Krebsmittels Erbitux für die Lungenkrebsbehandlung abgelehnt und die US-Behörde FDA einen Zulassungsantrag für das neuartige Multiple-Sklerose-Mittel zurückgewiesen

.

Während die Vorfälle bei manchen externen Beobachtern Zweifel an der Merck-Forschungsstrategie wecken, sieht Schnee keinerlei Anlass für einen Kurswechsel. Er verweist auf die generell hohen Risiken in der Medikamentenentwicklung und steigende Anforderungen der Behörden. "Wir haben zurzeit sicherlich eine Pechsträhne", räumt er ein. "Aber ich stelle deswegen die Qualität unserer Arbeit nicht infrage". Auch an der Strategie im Pharmabereich werde sich nichts ändern. Merck setze weiter voll auf Innovationen.

Merck will eigene Forschung stärken

Um die Effizienz im Bereich F+E zu verbessern, denkt der Konzern inzwischen allerdings über ein neues Organisationsmodell für die Entwicklungsabteilungen nach. Wie Schnee erläuterte, will Merck dabei unter anderem wieder mehr Leistungen in eigener Regie erbringen und die Arbeit mit Forschungsdienstleistern auf eine neue Basis stellen.

Ziel ist unter anderem eine höhere Erfolgsquote für Substanzen aus der eigenen Basisforschung. "Merck war erfolgreich bei der Entwicklung einlizenzierter Produkte, aber was Wirkstoffe aus der eigenen Forschung angeht, lief es in der Vergangenheit wirklich nicht so gut", so Schnee.

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