Wachstumsstrategie für Asien
Siemens-Chef setzt auf Indien

Für Siemens-Vorstandschef Peter Löscher hat Indien als Wachstumsmarkt ähnliche Bedeutung wie China. Vor allem mit dem Ausbau der rückständigen indischen Infrastruktur will der Konzern-Chef in Zukunft Geld verdienen. Seit 2004 konnte der Konzern seine Umsätze im Indien-Geschäft verdreifachen.

BOMBAY. Siemens-Vorstandschef Peter Löscher hat das Indien-Geschäft zur Chefsache auserkoren. Das Land sei für den Münchener Konzern „zentraler Teil der globalen Wachstumsagenda, gleichberechtigt mit China“, sagte er dem Handelsblatt. Löscher will vor allem beim Ausbau der rückständigen indischen Infrastruktur Geld verdienen.

„Ich habe Indien noch nie so dynamisch gesehen“, fasste Löscher die Eindrücke seines jüngsten Indien-Besuchs zusammen, bei dem er Bundeskanzlerin Angela Merkel begleitete. Es ist bereits das zweite Mal, dass Löscher, der am 1. Juli die Nachfolge des zurückgetretenen CEO Klaus Kleinfeld antrat, seither in Indien war. Das Land ist für Löscher „zentraler Teil einer globalen Wachstumsagenda, gleichberechtigt mit China.“ Sein Ziel lautet, den Umsatz in Indien in drei Jahren zu verdoppeln. Im Geschäftsjahr 2006/2007 war der Umsatz der Tochter Siemens Ltd. um 66 Prozent auf etwas über eine Mrd. Euro gestiegen. Der Gewinn vor Steuern legte um 30 Prozent auf 103 Mill. Euro zu. Siemens Ltd. ist in Bombay börsennotiert. Die Münchener Mutter hält 55 Prozent, der Rest ist im Streubesitz.

Der Siemens-Chef, der im Laufe seiner Karriere auch Asien-Erfahrungen sammelte, erwartet, dass die indische Regierung jetzt energisch die Engpässe in der Stromversorgung und die Defizite im Verkehrsnetz, vor allem bei Straßen und Häfen, beseitigen will. Die rückständige Infrastruktur kostet den Subkontinent nach Berechnungen des Finanzministeriums in Neu Delhi jährlich zwei Prozentpunkte Wachstum.

Geschäfte verspricht sich Siemens vor allem von 40 000 Megawatt Kraftwerksleistung, die in dem Land bis 2010 installieren werden sollen. Sie sind Teil von insgesamt 320 Mrd. Dollar an Infrastruktur-Investitionen, welche die staatliche Planungskommission bis 2012 erwartet. In der Vergangenheit hatte die Regierung ihre Pläne indes nie eingehalten. Die Folge sind massive Engpässe bei Strom, Straßen und Häfen. „Aber nun kommt in Energie- und Infrastrukturprojekte eindeutig Bewegung“, sagte Löscher.

Diese Bewegung schlägt sich im Auftragseingang der Indien-Tochter nieder, der sich im Vorjahr auf 1,8 Mrd. Euro verdoppelte. Dieses Jahr kamen Projekte hinzu wie eine 780 Kilometer lange Hochspannungsleitung in Nordindien für 170 Mill. Euro und ein 60 Mill. Euro teures Stromnetz für ein neues Werk des Stahlkonzerns Tata Steel.

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