Wachstumsstrategie
Sanofi sichert Produktnachschub mit Zukäufen

Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis steht unter Zugzwang: Weil vier der zehn umsatzstärksten Medikamente bis 2012 ihren Patentschutz verlieren, muss das Unternehmen neue Umsatzlokomotiven finden. Jetzt hat der Konzern die französische Biotechfirma Fovea übernommen - und hofft mit amerikanischer Hilfe auf die Entwicklung eines neuen Krebsmedikaments.

FRANKFURT. Der weltweit zweitgrößte Pharmakonzern Sanofi–Aventis füllt mit weiteren Zukäufen seine Medikamentenpipeline. Gestern gab das Unternehmen den Kauf der französischen Biotechfirma Fovea für 370 Mio. Euro bekannt sowie eine Kooperation mit der US-Biotechfirma Merrimack. Fovea ist auf Augenkrankheiten spezialisiert und hat unter anderem drei Medikamente in der klinischen Forschung. Der Kaufpreis beinhaltet erfolgsabhängige Zahlungen beim Erreichen bestimmter Entwicklungsfortschritte. Für Sanofi-Aventis-CEO Christopher Viehbacher ist die Transaktion ein weiterer Schritt, mit neuen Forschungsansätzen das Portfolio zu stärken. Fovea ist eine von verschiedenen Venture-Capital-Gesellschaften finanzierte Firma, die in zwei Finanzierungsrunden 2005 und 2007 mehr als 50 Mio. Euro einsammeln konnte.

Bei Sanofi-Aventis, die im vergangenen Jahr knapp 41 Mrd. Euro umsetzten, läuft für vier der zehn umsatzstärksten Medikamente bis zum Jahr 2012 der Patentschutz ab. Das Unternehmen muss Wege finden, um den damit verbundenen Umsatzrückgang, der auf etwa 20 Prozent geschätzt wird, zu kompensieren. Derzeit ist Sanofi-Aventis deshalb auf vielen Feldern mit Zukäufen aktiv. Ende Juli erwarb der Konzern den 50-Prozent–Anteil von Merck & Co. an dem gemeinsam betriebenen Tierarznei-Joint-Venture Merial. Viehbacher hat bereits durchblicken lassen, dass er sich auch vorstellen könne, noch die Tiermedizinsparte von Schering-Plough zu erwerben. Schering-Plough wird gerade von Merck & Co. übernommen.

Ebenfalls im Juli hatten die Franzosen die Mehrheit an dem indischen Impfstoff-Herstellers Shantha gekauft. Den Indern wird eine gute Marktstellung in den aufstrebenden Volkswirtschaften zugeschrieben. Zukünftige Absatzchancen hat Sanofi-Aventis auch im Frühjahr mit Zukäufen von Firmen in Mexiko und Brasilien erworben. Berechnungen von Bloomberg zufolge hat sich Sanofi-Aventis die Einkaufstour in diesem Jahr bereits mehr als 6,2 Mrd. Euro kosten lassen.

Im Rahmen der Kooperation mit der amerikanischen Biotechfirma Merrimack wollen die Firmen die Entwicklung eines Krebswirkstoffs vorantreiben. Das Mittel steckt noch in einem frühen Stadium der Forschung. Sanofi-Aventis zahlt zunächst 60 Mio. Dollar. Weitere Zahlungen bis zu 470 Mio. Dollar sind abhängig von dem Erreichen bestimmter Entwicklungsziele.

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