Wachstumsstrategie
VW nimmt sich Südostasien vor

Volkswagen steuert seinen nächsten Absatzrekord an und schmiedet Pläne für Südostasien. Die Wachstumsmärkte der Asean-Staaten hatte der Konzern bislang vernachlässigt. Dort will er nun den Platzhirsch angreifen.
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WolfsburgIn den ersten elf Monaten lieferten die Wolfsburger 8,68 Millionen Autos aus und damit 4,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Der Volkswagen-Konzern zeigt sich trotz der anhaltend konjunkturellen Unsicherheiten sehr robust“, sagte Vertriebschef Christian Klingler laut Mitteilung vom Freitag. Für das Gesamtjahr peilt VW 9,5 Millionen Fahrzeuge an.

Doch während vor allem der weltgrößte Automarkt China den Absatz weiterhin kräftig anschiebt, hat der größte Autobauer Europas noch weiße Flecken auf der Weltkarte der Autobranche. Speziell in Südostasien, wo Experten mit die größten Wachstumschancen ausmachen, fährt Volkswagen dem großen Konkurrenten Toyota bislang deutlich hinterher. Das wollen die Wolfsburger ändern und in absehbarer Zeit auch dort in Eigenregie produzieren, wie Klingler im aktuellen konzerninternen Magazin für Führungskräfte betont.

„Wir wollen unseren Marktanteil von aktuell gut einem Prozent in der Region deutlich steigern und am Wachstum teilhaben. Das geht nicht nur über den Import und Verkauf“, sagte der Vertriebsvorstand. „Mittelfristig wollen wir für die jeweiligen Märkte auch Fahrzeuge vor Ort bauen.“ Bisher lässt VW im sogenannten Asean-Raum rund um Thailand und Indonesien nur einige teilzerlegte Modelle von zwei örtlichen Partnern montieren – ist also auf Hilfe angewiesen. Toyota kommt dort schon auf einen Marktanteil von rund einem Drittel.

Laut dem VW-internen Magazin läuft die Planung für mehr konzerneigene Asean-Produktion auf Hochtouren – es gebe aber noch keine Beschlüsse. „Entsprechende Gespräche werden bereits geführt. Entscheidungen über neue Asean-Standorte sind aber noch nicht gefallen“, heißt es dort. In der Autobranche ist es kein Geheimnis, dass bei Fabrikplänen für Schwellenländer neben Standortfaktoren wie Infrastruktur und Arbeitskräften auch um Subventionen gepokert wird.

Einen weiteren starken Wachstumstreiber neben China, wo VW 2013 bislang gut ein Drittel aller Wagen verkaufte, können die Wolfsburger gut gebrauchen. Zwar stiegen die weltweiten Auslieferungen im November um 4,3 Prozent auf 828.600 Fahrzeuge. „Die Herausforderungen in den übrigen Weltmärkten bleiben aber unverändert bestehen“, sagte Klingler.

Dabei sehen die Zahlen für den Heimatkontinent Europa sogar von Monat zu Monat besser aus. Seit Januar liegt VW hier nur noch 1,3 Prozent im Minus. Für 2014 rechnen Experten wieder mit einem leichten Zuwachs bei den Neuzulassungen. Dafür schwächelt die Kernmarke Volkswagen Pkw auf dem zweitgrößten Markt der Welt: In den USA brachen die Verkaufszahlen im November um mehr als 16 Prozent ein. Auch dort ist Toyota den Wolfsburgern weit voraus.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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