Wachstumstempo soll steigen
Beiersdorf drückt auf die Tube

Im laufenden Jahr will der Kosmetikhersteller Beiersdorf den Umsatz stärker steigern als 2005. Neue Produkte und die Konzentration auf ausländische Märkte sollen dabei helfen. Dank eines Sparprogramms und des stark wachsenden Auslandsgeschäfts stiegen Gewinn und Umsatz bereits in den ersten drei Monaten deutlich.

HB HAMBURG. „Wir haben zurzeit keine Akquisitionspläne“, sagte Vorstandschef Thomas-Bernd Quaas auf der Hauptversammlung vor knapp 800 Aktionären am Mittwoch in Hamburg. Seine Wachstumsziele will Beiersdorf aus eigener Kraft erreichen. Der Konzern sei nicht auf Zukäufe angewiesen. Beiersdorf wolle sich nicht einen möglicherweise „schwachen Krieger“ ans Bein binden.

Quaas relativierte damit frühere Äußerungen, Beiersdorf suche in Lateinamerika und Asien nach Übernahmemöglichkeiten. Branchenexperten glauben, der Konzern könnte gegenüber Konkurrenten wie Henkel oder L'Oreal Boden verlieren, wenn er sich nicht durch Zukäufe verstärkt.

„Wir werden die Wachstumsgeschwindigkeit erhöhen“, kündigte Quaas an. Im Herbst werde Beiersdorf eine neue Substanz für die Gesichtspflege sowie ein neues Haarpflegesortiment herausbringen, sagte er Reuters. Steigende Umsätze erhofft sich der „Nivea“-Hersteller auch von Produkten, die angeblich die Alterung der Haut verzögern, so genannte Anti-Aging-Kosmetika.

„Wir wollen unseren Weltmarktanteil in der Haut- und Schönheitspflege auf 5,5 Prozent ausbauen“, erläuterte der Konzernchef. Auch mit Hilfe eines Sparprogramms soll die Rendite bis 2010 steigen. Ziel ist, die Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern von 11,6 Prozent auf 15 Prozent nach oben zu hieven. Aktuell hat der von dem Kaffeeröster Tchibo kontrollierte Konzern einen Weltmarktanteil von vier Prozent.

Das laufende Sparprogramm soll seine volle Wirkung mit 100 Mill. Euro 2009 entfalten. 2006 schlagen zunächst Kosten von 70 Mill. vor Steuern zu Buche. Im nächsten Jahr will Beiersdorf durch Straffung der Abläufe vom Einkauf bis zum Vertrieb 30 Mill. sparen. Im Zuge der Neuausrichtung erwägt Beiersdorf, Werke in Schweden und den Niederlanden zu schließen und die Produkte künftig an anderen Standorten herstellen zu lassen. Die Fertigung von Wundversorgungsprodukten wird von Hamburg nach Spanien verlagert.

„Besonderen Fokus erhalten in unserer Strategie die großen Zukunftsmärkte China, Russland, Brasilien und Indien“, sagte Quaas. In den ersten drei Monaten 2006 war das Wachstum vor allem aus Asien, Lateinamerika und Osteuropa gekommen. Dagegen kann Beiersdorf auf seinem größten Einzelmarkt Deutschland seit geraumer Zeit nur marginal zulegen. Der Konzern sieht sich aber auf Kurs, seine Ziele für 2006 zu erreichen. Im ersten Quartal hatte Beiersdorf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um zwölf Prozent auf 162 Mill. Euro erhöht. Der um Währungseffekte bereinigte Umsatz stieg um sechs Prozent auf knapp 1,3 Mrd. Euro. Die operative Rendite verbesserte auf 12,7 Prozent von 12,3 Prozent.

Im vergangenen Jahr erhöhte Beiersdorf den Gewinn dank guter Geschäfte im Ausland auf 335 (Vorjahr: 302) Mill. Euro. Den Aktionären soll daraus eine um zehn Cent erhöhte Dividende von 1,70 Euro zufließen.

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