Wacker Chemie
Top-Quartal dank Aktienverkäufen

Trotz eines schwierigen Marktumfelds kann Wacker Chemie im ersten Quartal einen kräftigen Gewinn vorweisen. Das verdankt der Spezialchemiekonzern vor allem dem Verkauf eines Aktienpakets.
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MünchenDer Verkauf eines Aktienpakets an der Silizium-Tochter Siltronic hat Wacker Chemie zu Jahresbeginn viel Geld in die Kassen gespült. Für das erste Quartal wies der Spezialchemiekonzern am Donnerstag einen Nettogewinn von 666 Millionen Euro aus, nach gut 16 Millionen Euro vor einem Jahr.

Wacker Chemie hatte im März die Mehrheit an der auf Siliziumscheiben für die Halbleiterindustrie spezialisierten Tochter abgegeben und hält jetzt noch knapp 31 Prozent an Siltronic.

Effekte rund um den Verkauf, der gut 353 Millionen Euro einbrachte, sorgten dafür, dass das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten nach oben schnellte. Siltronic selbst wies aufgrund größerer Nachfrage nach Wafern, Preissteigerungen und Kostensenkungen 17 Millionen Euro Nettogewinn aus; vor einem Jahr stand noch ein Verlust von 11,5 Millionen zu Buche.

Wie Wacker weiter mitteilte, kletterte das Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft des Spezialchemiekonzerns im Startquartal um knapp 15 Prozent auf gut 31 Millionen Euro. Weil das Geschäft mit Silikonen und Polymerprodukten, etwa für die Bau-, Textil- oder Kosmetikindustrie, besser lief, zog der vergleichbare Umsatz um acht Prozent an auf 1,22 Milliarden Euro. Positive Währungseffekte trugen ebenfalls zum Anstieg bei. Die insgesamt niedrigeren Preise hätten die Umsatzentwicklung dagegen gebremst.

Für das Gesamtjahr blieb Wacker Chemie bei der Prognose, wonach die Erlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen sollen; vergleichbar betrug 2016 der Umsatz 4,63 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) werde nach der Entkonsolidierung von Siltronic „voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentwert zurückgehen.“

Rechnet man die Siltronic-Zahlen heraus, betrug das Betriebsergebnis im Vorjahr 935 Millionen Euro. Im ersten Quartal steigerte Wacker Chemie den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um zwölf Prozent auf 229 Millionen Euro; die Ebitda-Marge lag damit bei 18,8 (18,1) Prozent.

„Wacker ist unter nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen gut in das neue Geschäftsjahr gestartet“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. Während die Nachfrage nach Silikonen und Polymerprodukten hoch sei, gestalte sich das Marktumfeld für hochreines Silizium schwierig.

Die Preise hätten hier „in den letzten Wochen deutlich nachgegeben.“ „Grundsätzlich aber erwarten wir in diesem Jahr für den weltweiten Photovoltaikmarkt weiteres Wachstum“, das sich positiv auf die Nachfrage nach Polysilizium auswirken werde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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