Währung belastet
Japans Konzerne leiden unter dem Yen

Wer in Deutschland von Krise spricht, sollte zunächst einmal nach Japan schauen: Hier treffen die Folgen der Finanzkrise Unternehmen und Verbraucher noch deutlich stärker. Denn während der Euro recht stabil bleibt, steigt der Yen deutlich an. Das belastet die Unternehmen enorm. Täglich gibt es neue Hiobsbotschaften - auch heute.

HB TOKIO. Es war eine schwarze Woche für viele japanische Konzerne. Neben den Belastungen durch die Wirtschaftskrise hat Japan ein zusätzliches Problem: Der starke Yen verteuert die Produkte der Exportnation im Ausland erheblich. Das spüren gerade die Autobauer, aber auch Elektronikkonzerne und andere exportorientierte Firmen.

Toyota wird von der globalen Absatzkrise angeblich noch erheblich stärker ausgebremst als bislang erwartet. Wie japanische Medien am Freitag unter Berufung auf informierte Quellen berichteten, wird der erwartete operative Verlust im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr wahrscheinlich auf 400 Mrd. Yen (3,4 Mrd Euro) anschwellen. Erst im Dezember hatte der erfolgsverwöhnte Konzern angekündigt, erstmals in der Geschichte einen operativen Verlust zu erwarten, war dabei aber noch von einem Fehlbetrag im Schlussquartal in Höhe von 150 Mrd. Yen ausgegangen.

Doch die Krise ließ den Absatz derart sinken, dass Toyota nun auch für das Gesamtjahr unter dem Strich erstmals seit der Veröffentlichung von Nettoergebnissen im November 1963 auf rote Zahlen zusteuere, wie die führende japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtete. Toyota bemüht sich verstärkt darum, Lagerbestände abzubauen, indem weltweit einige Fließbänder gedrosselt wurden. Im Inland plant der Branchenführer laut "Nikkei", die Produktion im Februar und März für insgesamt elf Tage zu verringern. Der Ausstoß während dieser Zeit werde etwas weniger als die Hälfte des Vorjahresniveaus betragen.

Toyota hatte bereits die Produktionszahlen in den USA und Kanada für seine meistverkauften Modelle Camry und Corolla reduziert und die Pläne für ein eigenes US-Werk für das Hybridauto Prius auf Eis gelegt. Zusätzlich will der Autobauer in den USA und in Japan 5 000 Zeitarbeiter entlassen.

Wegen der Rezession in den USA, Europa und der Talfahrt in China ist die Nachfrage nach japanischen Autos dermaßen gesunken, dass fast alle japanischen Autohersteller die Produktion drosseln und Tausende Arbeiter entlassen.

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