Währung
Yen treibt Autobauer in die Flucht

Die Aufwertung der Währung macht japanische Produkte extrem teuer. Firmen wie Mitsubishi und Nissan verlagern deshalb jetzt ihre Produktion ins Ausland. Auch Autohersteller Suzuki kehrt der inländischen Produktion zumindest zum Teil den Rücken - und baut in Thailand.
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TOKIO. Der starke Yen setzt Japans Autobauern so zu, dass einige der großen Hersteller ihre Produktion nun ins Ausland verlegen. Sowohl Mitsubishi als auch Nissan gehen für die Herstellung insbesondere von Kleinwagen nach Thailand, um sie von dort teilweise wieder auf den Heimatmarkt zurück zu transportieren. Suzuki scheint diesen Weg ebenfalls gehen zu wollen. "Betrachtet man die Produktionskosten, ist der einzig richtige Weg, im Ausland zu produzieren und die Wagen zurück nach Japan zu bringen", sagte kürzlich Konzernchef Osamu Suzuki.

Suzuki baut zurzeit eine Fabrik in Thailand für seine Kompaktwagen. Mitsubishi will seine Kleinwagen ebenfalls bald im südostasiatischen Raum produzieren. "Wir können dem starken Yen nicht mehr standhalten", heißt es in Firmenzentrale. Nissan lässt seinen "March" bereits komplett in Thailand herstellen und dann zurück nach Japan verschiffen. Thailand hat nicht nur eine niedrigere Lohnstruktur, sondern auch geringere Unternehmensteuern als Japan.

Ab einem Stand von 80 Yen je Dollar wird es kritisch

Lediglich Toyotas Präsident Akio Toyoda widersprach vorgestern aufkommenden Gerüchten, auch der weltgrößte Autobauer werde mit der Produktion des "Corolla" abwandern. Allerdings lassen seine Worte viel Spielraum für Interpretation. "Logisch betrachtet ist es nicht sinnvoll, in Japans zu produzieren", sagte Toyoda in Nagoya. Aber er frage sich, was mit diesem Land passieren würde, wenn auch Toyota abwandere. Deshalb werde man nicht "ohne weiteres" die Herstellung ins Ausland verlegen - "ausgenommen bei sehr ungewöhnlichen Umständen".

Solche Umstände könnten allerdings schon bald eintreten. Es geht um viel Geld. Honda etwa büßt rund 17 Mrd. Yen (umgerechnet etwa 150 Mio. Euro) pro Jahr an Betriebsgewinn für jeden Yen ein, den der Dollar gegenüber der japanischen Währung verliert.

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  • Ein abschreckendes beispiel für jeden, der die DM gerne wieder zurück hätte.

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