Währungsabsicherung
Der starke Euro erschwert den Erfolg

Für die deutschen Produzenten von Premiumautos sind die USA als größter Automarkt der Welt von entscheidender Bedeutung. BMW, Daimler und Porsche müssen sich allerdings für viel Geld gegen das Wechselkursrisiko absichern. Um die Währungsrisiken zu senken, wollen BMW und Volkswagen nun die Produktion im Dollar-Raum ausweiten.

DÜSSELDORF. Allein BMW kostete das im vergangenen Jahr 666 Mill. Euro. In diesem Jahr sollen die Belastungen durch den starken Euro etwas geringer ausfallen, da die Münchener 2007 nach eigenen Angaben ausreichend Währungsabsicherung betrieben haben.

Um die Last ungünstiger Wechselkurse dauerhaft zu mildern, wollen die Bayern die Produktion im Werk Spartanburg in South Carolina bis zum Jahr 2010 von derzeit 140 000 auf dann 250 000 Autos hochfahren.

Längst sind die USA für die drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce der wichtigste Absatzmarkt nach der Heimatregion Westeuropa. Derzeit stehen 350 000 verkauften Autos in Nordamerika lediglich 140 000 Autos entgegen, die im Werk Spartanburg in South Carolina gefertigt werden.

Matthias Wissmann, als Präsident des Verbandes der Automobilindustrie Cheflobbyist der Branche, lobt dagegen die Stärke der heimischen Hersteller. „Wenn sich keine dramatischen Änderungen abspielen, werden wir auch 2008 ein gutes Exportjahr haben.“ Die Rekordzahl von 4,3 Mill. PKWs exportieren die Deutschen in diesem Jahr. In den USA werden sie gut 900000 Autos verkaufen, ein Plus von vier Prozent. Der Premiumsektor, die Domäne der Deutschen mit einem Weltmarktanteil von gut 80 Prozent, sei von den Schwankungen der Währungen weniger berührt als das Segment der Kleinwagen, sagt Wissmann.

Daimler hält an seiner Linie fest und schließt kurzfristige Reaktionen aus. Vorstandschef Dieter Zetsche ist gegen einen verstärkten Einkauf im Dollar-Raum und eine Verlagerung von Produktion in die USA. Die amerikanischen Zulieferer sind aus Zetsches Sicht aufgrund der Krise der dortigen Autobauer in schlechtem Zustand. „Eine neue Fabrik zu bauen, würde Zeit in Anspruch nehmen, in der sich der Dollar-Kurs auch wieder fangen kann. Die Investition wäre dann womöglich herausgeschmissenes Geld“, sagte Zetsche Ende November dem Handelsblatt. Im US-Werk in Tuscaloosa produziert Daimlers Hauptmarke Mercedes-Benz 15 Prozent ihrer Autos. Gebaut werden die geländegängigen Baureihen M, R und GL. Finanziell hat sich der Konzern in diesem Jahr fast vollständig gegen Schwankungen des Dollars abgesichert. Die Kontrakte laufen über drei Jahre. Für 2008 ist Daimler nach eigenen Angaben zu mehr als 60 Prozent sicher.

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