Währungsbremse
Der schwache Dollar lastet auf deutschen Konzernen

Die Schwäche des US-Dollars schmälert die Gewinne deutscher Unternehmen. Das trifft besonders den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Und auch andere sind alles andere als immun gegen Währungsschwankungen.
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FrankfurtWährungsschwankungen sind für deutsche und europäische Industriekonzerne ein treuer Begleiter. Dank der Euro-Krise zeigten sie im vergangenen Jahr vor allem ihre positive Seite: Ein schwacher Euro gab dem ohnehin kräftigen Anstieg von Umsätzen und Erträgen zusätzlichen Auftrieb. Doch das Blatt hat sich gewendet. Im zweiten Quartal 2011 nahmen Währungseffekte erstmals seit mehr als einem Jahr wieder negativen Einfluss auf die Ertragssrechnungen. Immerhin notierte der Dollar mit einem Durchschnittskurs von 1,44 Dollar je Euro um rund 13 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Besonders heftig bekommt das der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zu spüren. Beim Airbus-Mutterkonzern brach der Halbjahresgewinn als Folge der Dollarschwäche überraschend stark um 41 Prozent auf 110 Millionen Euro ein. EADS ist zwar gegen die Schwankungen des US-Dollars geschützt, aber nur in einer gewissen Bandbreite. Sollte der Kurs im Jahresverlauf über 1,45 Dollar steigen, seien signifikante Ergebniseinbußen für das Jahresergebnis zu erwarten, sagte Finanzchef Hans-Peter Ring am Freitag.

Bei der Flugzeugtochter Airbus, die Zweidrittel der EADS-Erlöse bestreitet, ist die Abhängigkeit vom Dollar extrem. Fast 90 Prozent der Wertschöpfung findet im Euro-Raum statt, die Maschinen werden aber fast ausschließlich auf Dollarbasis abgerechnet. Ohne Währungsabsicherung gilt für EADS-Chef Louis Gallois die Faustformel: „Ein Cent Kursschwankung kostet uns 100 Millionen Euro im Ergebnis.“

Die exportorientierten deutschen Industriekonzerne sind zwar längst nicht so stark betroffen wie EADS, aber keineswegs immun gegen Währungseinflüsse. Soweit die Unternehmen dazu konkrete Angaben machten, kann man davon ausgehen, dass die Umsätze bei konstanten Kursen im zweiten Quartal um etwa vier Prozent, die Betriebsgewinne um rund acht Prozent höher ausgefallen wären. Die Bandbreite ist aber relativ groß und selbst viele Analysten tun sich schwer damit Währungseinflüsse nachzuvollziehen.

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