Währungseffekte
Henkel hält an Umsatz- und Ergebnisziel fest

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat auf Grund von Einsparungen im zweiten Quartal im operativen Geschäft mehr verdient als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr bekräftigte der durch Marken wie Persil und Pritt-Klebstoff bekannte Konzern sein Umsatz- und Gewinnziel.

Reuters DÜSSELDORF. „Wir gehen davon aus, dass wir den Ausblick realisieren können“, sagte Vorstands-Chef Ulrich Lehner am Montag. Da sich die weltpolitische Lage etwas entspannt habe, rechne Henkel im zweiten Halbjahr mit einer langsamen Erholung der Märkte. Die Konkurrenten Beiersdorf und Wella hatten jüngst ein recht verhaltenen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte gegeben.

Im zweiten Quartal verbesserte Henkel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 7,2 % auf 180 Mill. € und lag damit ganz leicht über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Der Umsatz sank um 4,4 % auf 2,378 Mrd. €. Bereinigt um Wechselkurseffekte sei dagegen ein Umsatzplus von 3,4 % verbucht worden.

Das Betriebsergebnis will Henkel im Gesamtjahr 2003 bereinigt um Wechselkurseffekte im hohen einstelligen Prozentbereich steigern, den um Währungseffekte bereinigten Umsatz um vier Prozent. Der Düsseldorfer Konzern hatte bei der Vorlage des ersten Quartalsberichts Anfang Mai sein Umsatzziel für das Gesamtjahr auf Grund der unsicheren Weltlage und der daraus resultierenden Wechselkursrisiken zunächst in Frage gestellt. An der Börse legten die Henkel-Aktien zu Wochenbeginn leicht um 0,35 % auf 57,90 € zu.

Ergebnisplus in allen Sparten

Das betriebliche Ergebnis, das bereinigt um Wechselkurse um knapp 15 % stieg, habe sich vor allem auf Grund von Kostensenkungen im Rahmen des Ende 2001 gestarteten Restrukturierungsprogramms deutlich verbessert, erläuterte Lehner. Zudem trugen die höheren Umsätze in lokaler Währung gerechnet zu dem besseren Quartalsergebnis bei. „Alle Unternehmensbereiche konnten ihr betriebliches Ergebnis steigern“, betonte Lehner. In diesem Jahr werde auf Grund des Restrukturierungsprogramms weiterhin mit Einsparungen in Höhe von insgesamt 50 Mill. € gerechnet.

„Es ist schon erfreulich, dass Henkel an seinen Zielen festhält, wenn man sieht wie Beiersdorf oder Wella zurückrudern müssen“, sagte Analyst Sven Dopke von M.M. Warburg. Der Nivea-Hersteller Beiersdorf hatte vor kurzem auf Grund eines Umsatzrückgangs im ersten Halbjahr seine Umsatzerwartung für das Gesamtjahr reduziert, hält aber weiter an den Ergebniszielen fest. Der mittlerweile zum US-Konzern Procter & Gamble gehörende Haarpflegespezialist Wella hatte im zweiten Quartal ebenfalls die anhaltende Konsumflaute und den starken Euro zu spüren bekommen und keine Prognose mehr für das Gesamtjahr vorgelegt. Im Mai hatte es noch geheißen, die Gruppe sei zuversichtlich, 2003 erstmals eine zweistellige Ebit-Rendite zu erreichen.

Auf die Frage nach möglichen Zukäufen antwortete Lehner: „Henkel ist in der Vergangenheit organisch gewachsen, unterstützt von kleinen, mittleren und großen Akquisitionen und das wird auch in der Zukunft so sein.“ Als Entwicklungsschwerpunkte nannte er Asien und die USA.

Henkel hatte sich vergeblich bemüht, Wella zu übernehmen, will aber weiterhin das Kosmetikgeschäft ausbauen. Aus dem Verkauf seiner Wella-Anteile an den US-Konkurrenten Procter & Gamble erwartet Henkel im zweiten Halbjahr einen Buchgewinn im oberen zweistelligen Millionen-Euro Bereich. „Und dann werden wir einen Gewinn realisieren, der im mittleren Bereich, der in der Presse geäußerten Vermutungen liegt“, sagte Lehner. Die genannten Zahlen lägen dabei auf der einen Seite bei 40 bis 60 Mill. €, auf der anderen Seite bei 100 Mill. €.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%