Währungseffekte und sinkender Tamiflu-Umsatz belasten
Roche hält an Jahresprognose fest

Der Pharmakonzern Roche hält ungeachtet währungsbedingten Gegenwindes und eines gesunkenen Tamiflu-Umsatzes im ersten Quartal an seiner Jahresprognose fest. Der Umsatz lag unter den Erwartungen von Analysten.

dpa-afx BASEL. "Ohne die Verkäufe von Tamiflu für die Pandemievorsorge erzielten wir in beiden Divisionen ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Wachstum", sagte Roche-Vorstandschef Severin Schwan am Donnerstag in Basel. Damit sei der Konzern auf Kurs, die für 2008 bekanntgegebenen Ziele zu erreichen. Einige Marktteilnehmer hatten eine Senkung der zunehmend als ambitioniert eingeschätzten Prognose erwartet. In den ersten Handelsminuten verloren Roche-Papiere wegen des schwächer als von Analysten erwarteten Quartals 3,75 Prozent auf 164,20 Schweizer Franken und waren damit Schlusslicht im Swiss-Market-Index (SMI).

Im abgelaufenen ersten Quartal wurde der Novartis-Konkurrent von einem schwachen Dollar und einem deutlich gesunkenen Umsatz für das Grippemittel Tamiflu gebremst. Unter Berücksichtigung der Tamiflu-Pandemieverkäufe fiel der Umsatz in Schweizer Franken um vier Prozent auf 10,9 Mrd. Franken (VJ: 11,358). In lokalen Währungen lag das Plus bei zwei Prozent, während Roche in Dollar einen Zuwachs von zehn Prozent verbuchte. Von der Schweizer dpa-AFX-Partneragentur AWP befragte Analysten hatten im Schnitt mit 11,326 Mrd. gerechnet.

Unverändert will Konzernchef Schwan beim Kerngewinnwachstum pro Aktie zu konstanten Wechselkursen mindestens das Rekordniveau des Vorjahres erreichen. 2007 hatte Roche einen Überschuss von 11,437 Mrd. Franken - ein Plus von 25 Prozent - und einen Kerngewinn pro Aktie von 4,6 Franken ausgewiesen. Beim Umsatz peilt der Manager weiterhin ein "Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich" an (VJ: 46,133). Dabei sollen sowohl die Pharma- als auch die Diagnostika-Sparte stärker wachsen als der Markt. Die Integration des Milliardenzukaufs von Ventana Medical Systems laufe planmäßig, sagte Konzernchef Schwan in einer Telefonkonferenz.

Im Pharmageschäft, das sich ebenfalls schlechter als die Markterwartung entwickelte, profitierte Roche vor allem von der Nachfrage nach seinen Krebsmedikamenten wie Rituxan, Herceptin und Avastin: Das Onkologie-Portfolio, das mehr als die Hälfte der gesamten Pharma-Verkäufe ausmacht, verzeichnete ein Wachstum von 15 Prozent. Dagegen verbuchte Tamiflu einen markanten Umsatzrückgang: Die meisten Bestellungen von Regierungen und Unternehmen für die Pandemievorsorge seien bereits 2007 ausgeführt worden. Im ersten Quartal fielen die Pandemie-Verkäufe für das Grippemittel um 701 Mill. Franken, während die saisonalen Umsätze um 114 Mill. Franken stiegen.

Im Pharmageschäft wies Roche einen Periodenumsatz von 8,568 Mrd. Schweizer Franken (VJ 9,142) aus. Auch im durch die jüngste Mrd.übernahme von Ventana Medical Systems gestärkten Diagnostikgeschäft verbuchte der im Stoxx 50 notierte Konzern ein Wachstum über dem Marktdurchschnitt.

Die WestLB sprach in einer ersten Reaktion von einem Quartalsumsatz unter den Erwartungen. Dabei habe das organische Umsatzwachstum enttäuscht, betont Analyst Andreas Theisen. Die WestLB stellte ihre Empfehlung und das Kursziel "Under Review".

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