Währungseffekte verwässern Brauriesen den Gewinn
Heineken sieht Ende der Dollar-Probleme

Der niederländische Braukonzern Heineken leidet auch weiterhin unter dem schwachen Dollar. Der viertgrößte Bierbrauer der Welt verdiente im ersten Halbjahr 2004 nur noch 293 (Vorjahr: 400) Mill. Euro.

ire DÜSSELDORF. Das sind 27 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Heinekens Finanzvorstand René Hooft Graafland erklärte aber gestern vor Journalisten in Amsterdam, dass nur noch die Bilanz des laufenden Jahres von den negativen Währungseffekten betroffen sei. Für 2005 habe das Unternehmen das Währungsrisiko durch entsprechende Termingeschäfte wieder absichern können.

Die Währungsprobleme waren durch fehlende Produktionsstandorte in den USA und in weiteren Dollar-Regionen beispielsweise in Afrika und im Mittleren Osten entstanden. Wegen des schwachen Real, aber auch wegen des schwachen Absatzes der brasilianischen Brauerei Kaiser, will Heineken in der zweiten Jahreshälfte mindestens 85 Mill. Euro von ihrer 20prozentigen Beteiligung an Kaiser abschreiben.

Bedingt durch Akquisitionen und eigenes Wachstum hat die Heineken-Gruppe ihren Bier-Absatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um 20 Prozent auf 54,4 Mill. Hektoliter gesteigert. Der Braugigant legte zwar beim Umsatz um elf Prozent auf 4,8 (Vorjahr: 4,3) Mrd. Euro zu, verdiente unterm Strich aber nur noch 60 (Vorjahr: 82) Cent pro Aktie. Dieses wenig berauschende Halbjahresergebnis war von Analysten bereits erwartet worden, und so behielt die Mehrheit der Experten ihre abwartende Haltung gegenüber dem Unternehmen bei. Der Kurs der Heineken-Aktien ging gestern an der Amsterdamer Börse ganz leicht auf auf 24,30 Euro zurück.

Konzernchef Anthony Ruys verbreitete auf der Pressekonferenz wenig Hoffnung auf ein wesentlich besseres zweites Halbjahr. Ruys erinnerte an den Jahrhundertsommer 2003, dessen Auswirkungen auf den Bierkonsum nicht mehr zu überbieten seien. „Das Mengenwachstum in Europa, wo Heineken den meisten Profit erzielt, ist gering. Deshalb muss der Konzern dringend stärker in China oder Russland investieren“, sagte Edwin Slaghekke, Fondsmanager der Amsterdamer Gillessen Bank gestern der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Im Wachstumsmarkt Asien hat Heineken im ersten Halbjahr den Bier-Ausstoß von vier auf 4,4 Mill. Hektoliter um zehn Prozent gesteigert, doch mit 30 Mill. Euro ist der Beitrag zum Gewinn noch vergleichsweise gering. Durch den Erwerb der österreichischen Brau Union haben die Niederländer ihren Umsatz in der Region „Zentral- und Osteuropa“ in den ersten sechs Monaten fast verdoppelt. Der operative Gewinn legte in diesem Gebiet gar um 204 Prozent auf 76 Mill. Euro zu.

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