Industrie

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Waffenhersteller: Kalaschnikow mit Ladehemmung

Der Hersteller der AK-47, des bekanntesten Sturmgewehrs der Welt, steckt in Schwierigkeiten. Das Unternehmen soll Schulden in dreistelliger Millionenhöhe angehäuft haben. Und das Personal läuft weg.

Michael T. Kalaschnikow: Sein Schnellfeuergewehr gilt als die am häufigsten produzierte Waffe überhaupt. Quelle: ap
Michael T. Kalaschnikow: Sein Schnellfeuergewehr gilt als die am häufigsten produzierte Waffe überhaupt. Quelle: ap

MoskauDie Firmennamen Ischmasch und Ischmech sind nur Eingeweihten geläufig. Das Produkt, das dort hergestellt wird, kennt hingegen jeder: die Kalaschnikow.

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Doch Ischmasch, Produzent des legendären Sturmgewehrs, kämpft seit Jahren mit Problemen. Inzwischen hat sich die Krise der Waffenfabriken weiter verschärft. Die Zusammenlegung von Ischmasch und Ischmech soll die Betriebe vor der Pleite bewahren, berichten russische Medien. Der neue Konzern könnte den Namen Kalaschnikow tragen.

So lautet zumindest eine Idee von Vizepremier Dmitrij Rogosin. Die Auslastung beider Fabriken sei zu gering, zitierte die Zeitung „Nowyje Iswestija“ Rogosin, der in der russischen Regierung für die Rüstungsindustrie zuständig ist. Hinzu kommt: „Ischmasch und Ischmech sind keine Markennamen“, so der Vizepremier. „Der neue Konzern muss Kalaschnikow heißen.“ Die Entscheidung über eine Fusion liegt jedoch bei der staatlichen Mutterholding Rostechnologii.

Bei Ischmasch gilt die Lage als besonders angespannt. Bei mehreren Unternehmen der Gruppe wurden in letzter Zeit Insolvenzverfahren eingeleitet. Früher war die Ischewskser Maschinenfabrik, kurz Ischmasch, eine angesehene Waffenschmiede.

1807 verfügte Zar Alexander den Bau einer Eisengießerei am Fluss Isch, am Rande des Urals. Ab 1947 entwickelte Michail Kalaschnikow hier das bekannteste Produkt des Betriebs, den Klassiker „Awtomat Kalaschnikowa“, kurz: AK-47.

Rüstungskonzerne

Seitdem nutzen unzählige Armeen, Milizen und Terroristen um den ganzen Globus die Schnellfeuerwaffe. Sie ist leicht zu bedienen und äußerst robust. 100 Millionen Stück sollen weltweit im Umlauf sein, die Kalaschnikow gilt als die am häufigsten produzierte Waffe überhaupt. Das Problem für Ischmasch: Kalaschnikow-Klone werden längst auch in China, im Nahen Osten und in Afrika produziert - ohne dass die Russen daran verdienen.

Fehlende staatliche Aufträge trieben in den vergangenen Jahren viele russische Rüstungsfabriken an den Abgrund. Im Frühjahr versprach Präsident Wladimir Putin Milliardeninvestitionen zur Modernisierung der Armee. Doch schon seit vergangenem Jahr kauft das russische Militär keine Kalaschnikows mehr. Denn 17 Millionen lagern in Armeebeständen - dabei gibt es nur etwa eine Million Soldaten. Ischmasch bietet nun Nachrüstsätze an, mit denen die Soldaten ihr Kampfgerät selbst modernisieren können.

  • 10.11.2012, 14:27 UhrDieFreiheitStirbtMitSicherheit

    Tja, ich würde den Russen ja gerne helfen und eine kaufen, um für den Tag X des nahenden Systemzusammenbruchs gewappnet zu sein. Aber Papa Staat lässt es einem ja nicht zu, seine Familie zu verteidigen..

  • 10.11.2012, 10:35 Uhrstatesman

    Da wird sich aber der Freund der Kalsaschnikow Bin Laden im Grab umdrehen.

  • 10.11.2012, 10:16 UhrGoToHELLas

    Liebes Handelsblatt-Team,
    das auf dem Foto sind keine russischen/sowjetischen AK, sondern jugoslawische Zastava M70.

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