Waffenproduzent
Sig Sauer führt Kurzarbeit ein

Nach dem Verdacht illegaler Waffenlieferungen nach Kolumbien getätigt zu haben, steht der Pistolenhersteller Sig Sauer nun auch ökonomisch mit dem Rücken zur Wand. Es herrscht Kurzarbeit im Werk.
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EckernfördeDie wirtschaftlichen Perspektiven des möglicherweise in illegale Waffenlieferungen verwickelten Waffenherstellers Sig Sauer sind weiter ungewiss. „Wir sind in Kurzarbeit“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Rolf Rohde am Mittwoch. Nur noch in wenigen Bereichen werde im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Unternehmen wegen vermuteter illegaler Waffenexporte.

Die Entscheidung zur Kurzarbeit für die 140 Beschäftigten habe die Geschäftsführung in eigenem Risiko getroffen, sagte Rohde. Unterstützung der Agentur für Arbeit gebe es bislang nicht. „Wir vermuten, dass eventuell bis Ende der Woche eine Entscheidung darüber fällt.“ Zuvor hatte der Radiosender NDR 1 Welle Nord darüber berichtet.

Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt seit längerem gegen Sig Sauer. Untersucht wird eine Pistolenlieferung an die Präsidentengarde in Kasachstan. Diese soll 2010 über die USA abgewickelt worden sein, obwohl keine Genehmigung vorlag. Außerdem wird gegen Sig Sauer wegen einer möglicherweise illegalen Pistolenlieferung nach Kolumbien ermittelt. Auch diese soll über die USA abgewickelt worden sein, obwohl keine Genehmigung für das Waffengeschäft vorlag. Dazu fanden Durchsuchungen bei dem Unternehmen Anfang Juli statt. Die Polizei hatte kürzlich auch die Privathäuser der Eigentümer durchsucht.

Kolumbien hatte den Import von Sig-Sauer-Pistolen aus den USA bestätigt. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Bogotá hatte der dpa Mitte Juli gesagt, ein entsprechender Zeitungsbericht sei richtig, wonach Kolumbien von 2006 an über das US-Verteidigungsministerium knapp 65 000 Pistolen vom Typ SP 2022 für 28,6 Millionen Dollar (rund 21 Millionen Euro) gekauft habe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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