Waffenproduzent übertrifft die Erwartungen der Analysten
BAE profitiert von hohen Airbus-Gewinnen

Der britische Waffenhersteller BAE Systems wandelt sich zwar gerade zum transatlantischen Konzern, sein Geld verdient er aber nach wie vor zum großen Teil in Europa.

dih LONDON. Das war auch im ersten Halbjahr so, in dem das Unternehmen den Umsatz um 14 Prozent auf 6,8 Mrd. Pfund (zehn Mrd. Euro) und den Betriebsgewinn um ein Viertel auf knapp eine halbe Mrd. Pfund steigerte. Wachstumsmotor war die Beteiligung an dem europäischen Flugzeugbauer Airbus, an der BAE auch weiterhin festhalten will. Der Verkauf der Bremer Tochter Atlas Elektronik schreitet hingegen voran.

Die 20 Prozent an Airbus machen für BAE knapp ein Viertel des Umsatzes aus. Sie bringen aber knapp ein Drittel des Gewinns und sogar 60 Prozent des Netto-Cashflows. So überrascht es nicht, dass Vorstandschef Mike Turner einmal mehr die hartnäckigen Gerüchte über einen Verkauf des Airbus-Anteils zurückwies. Er kündigte an, dass die Airbus-Partner, BAE Systems und EADS, Ende des Monats den Programmstart für den neuen Airbus A350 beschließen wollten. Es lägen fast 200 Bestellungen für die Maschine vor.

Die Investmentbank Merrill Lynch hatte jüngst in einer Studie einen mittelfristigen Verkauf der Beteiligung vorausgesagt und einen Preis von 2,6 Milliarden Pfund genannt. BAE könne verkaufen, um eine Akquisition in den USA zu finanzieren. Auf jeden Fall müsse der Konzern aufpassen, nicht den Höhepunkt des Zyklus für Passagierflugzeuge zu verpassen.

BAE hat in den vergangenen Jahren konsequent europäische Beteiligungen verkauft und dafür auf dem US-Markt zugekauft, zuletzt den Panzerhersteller United Defense Industries für 4,2 Mrd. Dollar. Der Konzern bildet nun die britisch-amerikanische Waffenbrüderschaft auf der kommerziellen Ebene nach.

Noch zum Verkauf steht die deutsche Rüstungselektronikfirma Atlas, deren Bücher sich gerade eine Reihe von Interessenten anschauen. Als Favorit gilt Thyssen-Krupp. Eine Entscheidung sei innerhalb der kommenden Wochen noch nicht zu erwarten, sagte gestern ein BAE-Sprecher.

Der Gewinn des größten europäischen Rüstungskonzerns übertraf die Erwartungen der Analysten. Die BAE-Aktie stieg an der Londoner Börse um rund eineinhalb Prozent. Sie hat seit Jahresbeginn 45 Prozent zugelegt und damit den FTSE-Index der 100 größten britischen Werte deutlich übertroffen.

Ein neuer Auftrag für BAE kam gestern aus Chile. Die Regierung kauft von der britischen Royal Navy drei Fregatten für zusammen 135 Mill. Pfund und BAE übernimmt als Kontraktor die Wartung der Schiffe und die Ausbildung der Seeleute.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%