Wahlsieg der Union könnte Kernenergie-Ausstieg verzögern
Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke erwartet

Der Ausstieg aus der Kernenergie könnte sich nach einem Wahlsieg von Union und FDP auf Bundesebene verzögern. Das stellte CDU-Chefin Angela Merkel in Aussicht. Der Energiekonzern RWE begrüßt die Ankündigung.

HB FRANKFURT. „Es gibt große grundsätzliche Sympathie, die Verträge der Laufzeiten aufzuheben“, sagte der umweltpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Peter Paziorek. Allerdings warnte Paziorek „einen Neubau von Kernkraftwerken überhaupt in Betracht zu ziehen“. Dies wäre auch eine Scheindiskussion, weil es zur Zeit keine ausgewiesenen zusätzlichen Standorte für Atommeiler gebe.

Nach dem von Rot-Grün am 14. Juni 2001 mit den Energiekonzernen vereinbarten schrittweisen Atomausstieg wurde die Laufzeit insgesamt auf 32 Jahre befristet. Da das jüngste Kraftwerk 1989 ans Netz ging, ergibt sich als mögliches Datum für den endgültigen Ausstieg das Jahr 2021.

Nach einem möglichen Wahlsieg von Union und FDP auf Bundesebene könnte sich der Ausstieg jedoch um bis zu 18 Jahre verzögern. Dies ergibt sich aus der technisch und wirtschaftlich möglichen Lebensdauer des jüngsten Kraftwerks. In Fachkreisen der Atomwirtschaft gilt eine Lebensdauer von 50 Jahren als unbedenklich. Damit würde das Atomkraftwerk Neckarwestheim II, als letztes Werk im Jahr 2039 vom Netz gehen.

Es gebe keinen Zweifel, dass die heimischen Atomkraftwerke ohne Sicherheitsbedenken länger als 50 Jahre laufen könnten, sagte RWE-Finanzvorstand Klaus Sturany am Mittwoch auf einer Investorenkonferenz der Deutschen Bank in Frankfurt. Sturany fügte hinzu: „Wir begrüßen daher die Diskussion über die Zukunft der Atomkraft.“ Bestehende Verträge werde RWE aber einhalten. RWE hat im Kreis der vier deutschen Kernkraftwerksbetreiber mit 23 Prozent einen vergleichsweise geringen Produktionsanteil an Atomstrom.

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