Wall Street
Die Sorge gilt dem Blick nach vorn

Der Blick in den Rückspiegel der USA macht keine Sorgen: Für die meisten Unternehmen werden die Schlagzeilen positiv ausfallen. Was Anleger wirklich beunruhigt, ist der Ausblick auf 2012. Denn der könnte übel ausfallen.
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New York/DüsseldorfWenn in der Nacht zum Mittwoch der weltgrößte Aluminiumhersteller Alcoa traditionell die Zwischenbilanzsaison eröffnet, haben die Aktionäre das dritte Quartal eigentlich schon abgehakt. Anleger blicken mit Sorge auf die letzten Monate des Jahres und auf 2012. Das spiegelt die Talfahrt der Börsenkurse in den vergangenen zwei Monaten wider.

Laut Vorhersagen der Analysten internationaler Investmentbanken werden die 500 größten amerikanischen börsennotierten Konzerne im abgelaufenen dritten Quartal knapp 220 Milliarden Dollar verdient haben. Das wäre so viel wie noch nie und 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das achte Quartal in Folge werden die Konzerne ihre Gewinne um mehr als zehn Prozent steigern.

„In keinem europäischen Industriestaat erreichen die Unternehmen in diesem Quartal solch starke Zuwächse“, sagt Chefvolkswirt Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Die deutschen Dax-Konzerne dürften angesichts zunehmender Absatzprobleme in weiten Teilen der Euro-Zone ihre Gewinne nur noch minimal erhöhen.

Der Blick in den Rückspiegel sieht in den USA zweifellos gut aus. Danach steigerten die Energiekonzerne nach Berechnungen der Analysten, wie sie bei Datenanbietern wie Thomson Reuters und Factset zusammenlaufen, ihre Gewinne um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Andere Branchen, Grundstoffhersteller wie Alcoa, verzeichnen ein Gewinnplus von einem Drittel.

Sie profitieren von den im vergangenen Jahr angezogenen Rohstoffpreisen. Darunter litten allerdings amerikanische Versorger, die höhere Preise für Kohle oder Gas für ihre Kraftwerke zahlen mussten – und deshalb als einzige Branche einen Gewinnrückgang verzeichneten. Ihr Profit dürfte um vier Prozent sinken.

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  • Auch wenn ein Nullwachstum (real) vorliegt, so handelt es sich nicht um Rezession. Steigerungsraten von 2-4 % sind nicht etwas, das man als selbstverständliche Normalität voraussetzen sollte.

  • Jedem, der fehlerfrei auf Drei zählen kann, was offensichtlich vielen Politikern abgeht, dem ist längst klar, dass es anders nicht geht. Nein, den Politmarionetten ging es bisher darum Zeit zu gewinnen, damit die privaten Banken ihre Schrottpapiere, mit denen sie viel Geld verdient haben noch gewinnbringend an die Zentralbanken verkaufen konnten (das durfte nur in kleineren Tranchen geschehen um die Kurse zu stützen), natürlich zuletzt auf Kosten der Steuerviehs!
    Nun ist es offensichtlich so weit, dass die nun absolut wertlosen Papiere im Safe der Steuerzahler gelandet sind und nun darf so langsam passieren, was niemals zu verhindern ist!
    Natürlich ist nun kein Rettungsschirme mehr am kommenden Desaster schuldig, sondern die Schulden (Abschreibungen) sind schon da. Und wieder mal hatten die Politiker recht. Die Rettungsschirme sind und waren nicht das Problem! Nein, nicht, sondern die Politiker sind das Problem und ausführlich beschrieben ist das ganze Szenario bei

    www.steuerembargo.co.de

    Hier kann man auch erfahren, wie man handeln kann. Sehr, sehr empfehlenswert!&quot;<br/>"

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