Warnstreiks ab 3. November geplant
Tendenz in der IG Metall geht zu Acht-Prozent-Forderung

In der IG Metall kristallisiert sich immer klarer eine Forderung nach 8,0 Prozent mehr Lohn und Gehalt in der anstehenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie heraus.

HB FRANKFURT/NÜRNBERG. Am Dienstag votierten die Tarifkommissionen der Bezirke Mitte (Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Saarland) und Küste (Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, nordwestliches Niedersachsen) für diese Höhe, die am oberen Rand der Empfehlung des Vorstands aus der vergangenen Woche liegt.

Ebenfalls mit der Forderung nach acht Prozent mehr Lohn ab November will die bayerische IG Metall in die Tarifverhandlungen für die 750 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im Freistaat gehen.Bezirksleiter Werner Neugebauer sagte am Dienstag in Nürnberg, die Tarifkommission werde am Mittwoch über seinen Vorschlag abschließend entscheiden.

"Die Erwartungshaltung ist hoch", sagte Neugebauer. Die Früchte des Aufschwungs seien ungerecht verteilt. "Deshalb werden wir mehr fordern und wollen wir mehr durchsetzen als 2007." Bundesweit seien für die Woche ab dem 3. November erste Warnstreiks geplant. In Nürnberg sei eine Großkundgebung am 12. November vorgesehen, gefolgt von einer zweiten Warnstreikwelle, sagte der bayerische IG-Metall-Chef. Als ersten Verhandlungstermin mit den Arbeitgebern nannte Neugebauer den 8. Oktober in Nürnberg, ein weiteres Treffen sei für den 27. Oktober in München geplant.

Befragungen in bayerischen Firmen hätten ergeben, dass 60 Prozent der Arbeitnehmer eine Gehaltsanhebung um acht bis neun Prozent für richtig hielten, 30 Prozent wollten neun bis zehn Prozent mehr, und fünf Prozent hielten sogar über zehn Prozent mehr für angemessen.

"Die größten Unternehmen in Bayern rechnen selbstverständlich mit einer Kapitalentwicklung von acht Prozent. Dann ist es auch nicht übertrieben, wenn die Arbeitnehmer das fordern", sagte Neugebauer. Bei Siemens und MAN in Nürnberg hätten sich die Mitarbeiter sogar für Gehaltsanhebungen von zehn bis 13 Prozent ausgesprochen, sagte der Nürnberger IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler.

Der bayerische IG-Metall-Chef Neugebauer sagte, die Schere zwischen Löhnen und Gewinnen sei immer weiter auseinandergegangen. Die Gewinne der 40 börsennotierten Metall- und Elektrobetriebe seien in den vergangenen drei Jahren um 373 Prozent gestiegen, die Arbeitnehmereinkommen brutto nur um zehn Prozent. Die Gehälter von Vorständen der Dax-Konzerne seien seit 2007 um 7,75 Prozent gewachsen. Angesichts steigender Energie- und Lebenshaltungskosten müssten die Arbeitnehmer an der Gewinnentwicklung der Unternehmen beteiligt werden.

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