Warnstreiks gehen weiter: Fronten bei den Metall-Tarifgesprächen bleiben hart

Warnstreiks gehen weiter
Fronten bei den Metall-Tarifgesprächen bleiben hart

In einem Punkt waren sich Arbeitgeber und IG Metall nach ihrer dritten Verhandlung im Südwesten immerhin einig: Sie hielten die Details ihrer Gespräche geheim. Ob sie scheitern, entscheidet sich Anfang nächster Woche.
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BöblingenEin Durchbruch im Metall-Tarifkonflikt ist noch nicht abzusehen. Am Dienstagabend wurden die Tarifverhandlungen für die 740 000 Beschäftigten im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg ohne Ergebnis vertagt.

Nach vierstündigen, als konstruktiv bewerteten Gesprächen trennten sich die Tarifparteien, ohne Details zu nennen. Arbeitgeberchef Stefan Wolf kündigte an, sein Verband wolle die besprochenen Ideen intern bewerten. Er zeigte sich zuversichtlich, beim nächsten Treffen am kommenden Montag - ebenfalls in Böblingen bei Stuttgart - „weiterzukommen“.

Die IG Metall hatte seit 1. Mai ihre Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn mit Warnstreiks unterstrichen. „Jetzt gilt es, weiter Druck zu machen, damit kommende Woche ein Durchbruch gelingen kann“, sagte Hofmann.

Sollten die Verhandlungen dann erneut ohne Ergebnis bleiben, will die Gewerkschaft sie für gescheitert erklären und nach Pfingsten zum unbefristeten Streik aufrufen. Noch sei es in „hohem Maße unsicher“, ob ein Kompromiss gelinge, sagte Hofmann.

Die Arbeitgeber unterbreiteten im April als erstes Angebot eine Anhebung um 2,3 Prozent, aber erst ab Juli bei einer Laufzeit von 13 Monaten. Die Gewerkschaft strebt eine kurze Laufzeit an, weil sie mit einer stärkeren Erholung der Wirtschaft im kommenden Jahr rechnet. Über die Details der Gespräche machten beide Seiten keine näheren Angaben. Wolf sagte, die jetzt entwickelten Ideen müssten zunächst intern bewertet werden.

An den Warnstreiks hatten sich nach Gewerkschaftsangaben seit Ende Friedenspflicht 30. April knapp 300.000 Beschäftigte aus rund 1200 Betrieben beteiligt. Der Schwerpunkt lag mit rund 100.000 Teilnehmern wie in den Vorjahren in Baden-Württemberg, wo auch meistens ein Pilotabschluss für die Branche erzielt wurde.

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