Warnung an die Aktionäre
Daimler nimmt Gewinnprognose zurück

Der Autohersteller erleidet im ersten Quartal einen Gewinneinbruch. Zudem kippt Daimler-Chef Zetsche die Gewinnprognose für 2013. Die Konjunkturflaute macht dem Konzern zu schaffen – aber in Rumänien wird investiert.
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StuttgartDer Autobauer Daimler hat seine Gewinnprognose für 2013 kassiert. Der Dax-Konzern rechnet aus dem laufenden Geschäft nun nur noch mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern unter dem Vorjahresniveau, wie das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Bisher hatte der Konzern ein auf dem Vorjahreswert von 8,1 Milliarden Euro stagnierendes Betriebsergebnis in Aussicht gestellt, da hohe Investitionen in neue Werke und Modelle am Gewinn knabbern.

In den ersten drei Monaten des Jahres lag der Gewinn vor Steuern (Ebit) mit 917 Millionen Euro deutlich unter dem Niveau von 2012. Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres hatte der Autobauer noch mehr als zwei Milliarden Euro verdient.

Unterm Strich bleibt ein Gewinn von 564 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 1,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie beziffert sich auf 50 Cent, statt 1,26 Euro im ersten Quartal 2012. Der Umsatz schrumpfte dagegen nur leicht auf 26,1 Milliarden Euro.

„In den ersten drei Monaten des Jahres haben sich viele Märkte, insbesondere Westeuropa, konjunkturbedingt schlechter entwickelt als erwartet. Dennoch konnten wir sowohl Absatz als auch Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal nahezu stabil halten und in vielen Segmenten Marktanteile hinzugewinnen“, sagte Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von Daimler.

Vor allem die taumelnden Automärkte in Westeuropa sowie die schwache Nachfrage im Boomland China setzen dem vom Export abhängigen Autobauer zu. Die bisher ertragsstärkste Sparte Mercedes-Benz Pkw lieferte trotz höherer Verkaufszahlen in den Monaten Januar bis März nur eine operative Rendite von 3,3 Prozent ab, vor Jahresfrist waren es 8,2 Prozent gewesen. Die Marke verkauft derzeit viele Modelle der neuen Kompaktklasse, während von den früheren Klassenschlagern E- und S-Klasse die neuen Modelle erst zu den Händlern kommen.

Der Autobauer teilte zudem mit, künftig Pkw-Getriebe für Mercedes-Benz in Rumänien zu montieren und damit von den günstigen Produktionskosten in dem osteuropäischen Land zu profitieren. Für die Produktion von Automatikgetrieben werde Daimler mehr als 300 Millionen Euro in das Gemeinschaftsunternehmen Star Transmission investieren, das bereits seit 2001 in Rumänien Getriebeteile für Neuwagen und das Ersatzteilgeschäft von Mercedes-Benz herstellt.

Sollte die rumänische Regierung dem geplanten Produktionsausbau am Standort Sebes zustimmen, solle dort ab 2016 ein neues Pkw-Automatikgetriebe montiert werden, um die an Grenzen gestoßene Produktion in Stuttgart zu unterstützen. Mercedes will in den kommenden Jahren gut ein Dutzend neue Pkw-Modelle auf den Markt bringen und damit den Absatz ankurbeln. Dazu müssten die Kapazitäten erweitert werden, begründete Daimler die Investitionen.

Auf der Hauptversammlung Mitte des Monats hatte Konzernchef Dieter Zetsche Alarm geschlagen und bekanntgegeben, die Prognose für das laufende Jahr wegen der Absatzkrise in Europa auf den Prüfstand zu stellen - nachdem er bereits im Herbst das Gewinnziel für 2012 hatte kappen müssen. Von Reuters befragte Analysten trauen Daimler im Schnitt bei leichten Umsatzzuwächsen nur noch ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen im laufenden Geschäft von 7,3 Milliarden Euro zu.

Anfang Februar war Daimler noch von einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau ausgegangen. In der wichtigen Autosparte hatte Zetsche jedoch bereits damals einen Rückgang unter das Vorjahresniveau von 4,4 Milliarden Euro angekündigt.

Auch in der zweitgrößten Sparte Trucks brach der operative Gewinn ein, die Umsatzrendite schmolz um zwei Drittel auf 1,7 Prozent ein. Bei Transportern halbierte sich die operative Ertragskraft. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte Daimler-Chef Zetsche eine Gewinnwarnung ausgegeben und die selbstgesteckten Ziele auf die kommenden Jahre vertagt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Sebastian Ertinger ist stellvertretender Redaktionsleiter der Handelsblatt Live App.
Sebastian Ertinger
Handelsblatt Live / Stellvertretender Redaktionsleiter

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  • Daimler wird noch viel mehr aufgrund der Quotenpolitik verlieren. Die Männer rebellieren schon, Talente wandern ab..

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