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02.07.2008 

Siemens erlöste gerade einmalig 11,4 Mrd. Euro aus dem Verkauf seiner VDO-Sparte. Sie ging an den Reifenspezialisten Continental. Auch dieses Geld will untergebracht sein. Die Münchener beabsichtigen, bis 2010 Aktien für zehn Mrd. Euro zurückzukaufen. "So schaffen wir Wert für unsere Aktionäre und erhalten uns zugleich finanzielle Flexibilität", sagte Vorstandschef Peter Löscher schon vor Abschluss des VDO-Deals.

Ähnlich ist die Situation bei Eon. Der Versorger nahm im ersten Halbjahr Aktien im Wert von 1,3 Mrd. Euro vom Markt. Insgesamt sollen es bis Jahresende 3,5 Mrd. Euro werden. Denn Eon hat ein Problem: Als der Versorger vor acht Jahren aus den Mischkonzernen Veba und Viag entstanden ist, konzentrierte sich Eon auf das Energiegeschäft und stieß die vielen Chemie-, Immobilien- und Mobilfunkaktivitäten ab. Mit Verkäufen erlöste Eon Jahr für Jahr mehr Geld als das Unternehmen für Übernahmen ausgab.

Nach dem missglückten Kauf des spanischen Wettbewerbers Endesa steht Vorstandschef Wulf Bernotat erst recht vor dem Luxusproblem, Anlegern das überschüssige Eigenkapital über Dividenden oder Aktienrückkäufe zurückgeben. Solange keine neue, große Übernahme in Sicht ist, entscheidet sich Eon für die Kombination aus beidem: Eon schüttete im Frühjahr 2,4 Mrd. Euro an seine Anleger aus. Über Dividenden und Rückkäufe fließen in diesem Jahr 5,9 Mrd. Euro an die Anteilseigner. Damit bleibt immer noch Geld übrig. Der Konzernüberschuss war 2007 um 27 Prozent auf 7,7 Mrd. Euro gestiegen.

Sorgen, dass die Konjunktur schlapp macht und am Ende kein Geld mehr übrig ist, machen sich die Unternehmen nicht. "Zwischen dem ersten und dem nunmehr laufenden zweiten Rückkaufprogramm haben wir uns sehr genau die Entwicklung auf den Kapitalmärkten angeschaut und die konjunkturellen Aussichten auf den für uns wichtigen Märkten analysiert", heißt es bei Daimler. Die Botschaft an die Aktionäre: Ertragseinbrüche drohen nicht.

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