Wasserindustrie
Tarif-Dschungel beim Wasser soll gelichtet werden

Die deutsche Wasserindustrie will mit einer Transparenz-Initiative einer schärferen Regulierung vorbeugen. Nach Handelsblatt-Informationen hat der Branchenverband BDEW eine breite Allianz mit Bundesministerien und dem Verbraucherschutze Bundesverband gebildet, um die Tarife der rund 6 500 deutschen Wasserversorger vergleichbar zu machen.

FRANKFURT. Ziel sei es, Transparenz für die Kunden zu schaffen, sagte BDEW-Vertreter Martin Weyand dem Handelsblatt auf Anfrage. "Neben dem Preis sollen auch Qualitäts- und Leistungsmerkmale der Wasserversorger berücksichtigt werden."

Voraussichtlich ab Oktober sollen in einem Pilotprojekt die Daten von einigen Firmen gesammelt und aufbereitet werden. Im Anschluss soll das Projekt auf breite Füße gestellt werden. An der Initiative sollten sich möglichst viele Unternehmen beteiligten, sagte Weyand, der in der BDEW-Geschäftsführung für Wasser verantwortlich ist.

Mit der Transparenz-Offensive reagiert der Verband auf Rufe nach einer stärkeren Regulierung und auch einer von der Europäischen Kommission geforderten Privatisierung des Sektors. Anders als etwa in Frankreich ist die deutsche Branche in viele kleine Spieler zergliedert, die oftmals in kommunaler Hand sind. Auch Schwergewichte wie die Berlinwasser oder Gelsenwasser kommen nicht über einen Anteil von 1,5 Prozent am Gesamtmarkt hinaus. Die Preise variieren zum Teil um bis zu 300 Prozent.

Seitdem die hessische Kartellbehörde den Markt stärker in den Fokus genommen hat, sehen sich die deutschen Wasseranbieter einer verschärften Preisaufsicht unterworfen. Bislang hat das Landeskartellamt neun Kartellverfahren eingeleitet - unter anderem gegen die Stadtwerke in Frankfurt und Wiesbaden - und dabei Preiskürzungen von bis zu 44 Prozent verordnet. Dem Vorbild der Hessen folgen andere Bundesländer wie Baden-Württemberg.

Um den Kartellbehörden den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat der Verband eine breite Phalanx geschmiedet. An der Ausarbeitung des Preisvergleichs beteiligte sich neben den Verbraucherschützern auch das Bundesumweltamt. Eingebunden sind auch die Bundesministerien Umwelt, Wirtschaft und Gesundheit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%