Wechsel an der Unternehmensspitze
Merck treibt Umbau voran

Die Darmstädter Merck-Gruppe startet in eine neue Entwicklungsphase. Das untermauert der Pharma- und Chemiekonzern nun auch mit einem Wechsel an der Konzernspitze: Ende April wird Karl-Ludwig Kley den Vorsitz der Geschäftsleitung übernehmen und damit den bisherigen Chef Michael Römer ablösen.

FRANKFURT. Externe Beobachter bewerteten den Wechsel am Mittwoch überwiegend positiv und als Indiz dafür, dass Merck den neuen, stärker auf das innovative Pharmageschäft ausgerichteten Kurs konsequent vorantreibt. Nach der Übernahme der Schweizer Serono-Gruppe zu Beginn des Jahres ist der Darmstädter Konzern in diesem Bereich nach langer Pause wieder unter die mittelgroßen Akteure vorgerückt und baut dabei zugleich eine sehr starke Position als Anbieter biotechnisch hergestellter Wirkstoffe auf. Eine der wichtigsten Aufgaben für Kley besteht zunächst darin, den Verkauf der Generikasparte erfolgreich über die Bühne zu bringen. Merck will sich von diesem Geschäft mit patentfreien Nachahmer-Medikamenten trennen, um die 10,6 Mrd. Euro teure Übernahme von Serono teilweise zu refinanzieren und um neuen Spielraum für den Ausbau der innovativen Pharma- und Spezialchemieaktivitäten zu gewinnen.

Die meisten Investoren stehen offenbar hinter der Strategie und Personalpolitik des Konzerns. Die Merck-Aktie legte gestern weiter zu und erreichte zwischenzeitlich ein neues Allzeit-Hoch von erstmals mehr als 100 Euro. Das Interesse an der Generikasparte ist offenbar relativ hoch, sowohl auf industrieller Seite als auch bei Finanzinvestoren. „Wir erwarten, dass zumindest sechs industrielle Interessenten für die Sparte bieten“, schätzt Oliver Kämmerer von der WestLB. Der Generika-Marktführer Teva sowie die isländische Gruppe Actavis dürften dabei nach Ansicht der WestLB die besten Karten haben. Starkes Interesse hat auch die indische Ranbaxy signalisiert, die aber auf Unterstützung durch Finanzinvestoren angewiesen ist. Analysten erwarten für die Generikasparte einen Erlös zwischen vier und 4,6 Mrd. Euro.

Merck kommt bei der Konzerntransformation zu Gute, dass sich beide Bereiche, Pharma und Chemie, operativ relativ gut entwickeln.

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