Wechsel im Aufsichtsrat
Gazprom setzt aufs Ausland

Wenn heute der neue Gazprom-Aufsichtsrat gewählt wird, dürfte sich zwar ein Generationswechsel vollziehen. Für den Staats-Konzern wird sich dadurch aber nicht viel verändern. Dass liegt auch an den fundamentalen Daten des größten Gasproduzenten der Welt.

MOSKAU. Aller Voraussicht nach rückt der 67-jährige Wiktor Subkow, derzeit einer der Stellvertreter von Russlands Premierminister Wladimir Putin, an die Spitze des Kontrollgremiums, dem sechs Jahre Dmitrij Medwedjew (42) vorstand – seit Mai Russlands Präsident. Für den staatlich kontrollierten Gaskonzern, der schon heute eines der wertvollsten Unternehmen der Welt ist, wird sich nach Ansicht von Analysten dadurch aber nicht viel ändern. „Wer an der Spitze des Aufsichtsrats steht, ist absolut unwichtig“, meint Pawel Kuschnir von der Deutschen Bank in Moskau.

Obwohl sich der Aufsichtsrat einmal im Monat trifft – und damit viel öfter als zum Beispiel bei deutschen Großkonzernen – galt unter Beobachtern auch bereits für die Zeit unter Medwedjew, dass wichtige Entscheidungen in der politischen Führung des Landes getroffen werden.

Hinzu kommt nach Ansicht von Kuschnir, dass die fundamentalen Daten des größten Gasproduzenten der Welt derzeit stimmen. Künftige Projekte werde der Konzern auf einer Ölpreisbasis von 120 Dollar pro Barrel (je 159 Liter) finanzieren, allein im laufenden Jahr dürfte Gazprom einen freien Cashflow von 20 Mrd. Dollar generieren. Die jährlichen Investitionen, die das Management ab 2008 mit rund 34 Mrd. Dollar anpeilt, könne der Konzern ohne weiteres stemmen, vor allem wenn die angelaufenen Projekte wie die Entwicklung des Gasfelds Schtokman abgeschlossen sind. Gazprom bleibt bei seiner konservativen Investitionsstrategie: Geld fließt erst dann in neue Vorhaben, wenn das Gas daraus verkauft ist.

Zum laufenden Investitionsprogramm, das bis 2020 Ausgaben in Höhe von rund 420 Mrd. Dollar vorsieht, gibt es aber keine Alternativen: Der Konzern muss seine reifen Felder in Westsibirien durch neue ersetzen, um seine Lieferverträge erfüllen zu können.

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