Wechsel im spanischen Industrieministerium
Spanien verspricht „Happy End“ im Eon-Fall

Im monatelangen Streit um die angestrebte Übernahme des spanischen Versorgers Endesa durch Eon zeichnet sich eine rasche Lösung ab. Spaniens Ministerpräsident Zapatero sprach schon von einem „Happy End“. Schließlich ist einer der vehementesten Gegner von Eon vor kurzem aus dem spanischen Kabinett zurückgetreten.

HB DÜSSELDORF. Spaniens Regierung, die sich bislang gegen die Pläne des deutschen Energieriesen gestemmt hat, weckte am Mittwoch Hoffnungen auf eine baldige Einigung.

Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero sagte der Wochenzeitung „Die Zeit“, es werde eine Verständigung geben, denn Spanien sei ein „offenes Land“. Zapateros Worten zufolge soll eine Lösung Anfang kommender Woche bei seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel präsentiert werden. Am Dienstag kommen beide zu deutsch-spanischen Regierungskonsultationen in Meersburg zusammen. „Es wird ein Happy End geben für Spanien, für Europa, für den Energiesektor, für die Stromwirtschaft“, betonte Zapatero.

Merkel hatte bereits deutlich gemacht, das Übernahmeprojekt sei auf gutem Wege. Zuletzt hatte zudem die EU-Kommission erklärt, zwischen den Regierungen Deutschlands und Spaniens gebe es möglicherweise Verhandlungen über einen Zusammenschluss der beiden Energiekonzerne.

Eon will Endesa für rund 27 Mrd. Euro übernehmen und damit in die Weltspitze der Strom- und Gasunternehmen aufrücken. Die spanische Regierung hatte bislang aber einem Zusammenschluss zwischen Endesa und der ebenfalls spanischen Gas Natural den Vorzug gegeben, um damit einen nationalen Energieriesen zu schmieden. Damit hatte das Land den Vorwurf des Protektionismus auf sich gezogen.

Die spanische Energieaufsicht CNE hatte eine Endesa-Übernahme durch Eon an zahlreiche Auflagen geknüpft, darunter einen Verkauf eines großen Teils der Kraftwerkskapazitäten von Endesa. Dies wiederum hatte die Europäische Kommission auf den Plan gerufen, die durch die Auflagen die Regeln des gemeinsamen Binnenmarktes in der EU verletzt sieht. Brüssel hat der Regierung in Madrid bis Mittwoch Zeit gegeben, auf ihre Bedenken zu antworten. Einen Tag zuvor findet das Treffen zwischen Merkel und Zapatero statt.

Zuletzt hatten sich bereits die Signale für eine gütliche Einigung aus der spanischen Regierung gehäuft. „Das Thema Endesa läuft nun schon seit langer Zeit und ich glaube, wir sind bei den letzten Schritten für eine endgültige Vereinbarung“, hatte der neue Industrieminister Joan Clos am vergangenen Freitag im spanischen Rundfunk gesagt. „Ich hoffe, dies wird die Zustimmung der Europäischen Union finden.“ Mit Clos Vorgänger Jose Montilla war vor wenigen Tagen einer der wichtigsten Verfechter eines Zusammenschlusses zwischen Gas Natural und Endesa aus dem spanischen Kabinett zurückgetreten.

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