Wechsel von Ex-Ford-Chef Mulally
Müssen die Autokonzerne Google fürchten?

Der ehemalige Ford-Chef Alan Mulally wechselt ins Board von Google. Damit holt sich der Konzern einen exzellent vernetzten Autoexperten – der zum Türöffner für den Technologiekonzern werden könnte.
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DüsseldorfFür jeden, der Autos liebt, ist das Google Car nicht weniger als eine Beleidigung: Von außen sieht die kleine Plastikkugel aus wie ein Wesen aus dem Teletubbie-Land - kein Chrom, kein wummernder Motor und vor allem: kein Lenkrad. Wenn es allein um das Design ginge, müsste wohl kein Autokonzern den IT-Riesen Google als Konkurrenten fürchten.

Doch das Google Car ist natürlich viel mehr als ein Auto. Es ist eine Ansage. Wenn es um die Mobilität der Zukunft geht, will Google mitspielen.

Je mehr das vernetzte Auto zum Smartphone auf Rädern mutiert, desto interessanter wird es für den Internetkonzern. Der Wechsel des ehemaligen Ford-Chefs Alan Mulally ins Board von Google ist nur ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Mit dem ausgewiesenen „car guy“ hat Google nun einen Topmanager im Board, der in der Branche exzellent vernetzt ist – und damit der Türöffner für weitere Deals mit der Autoindustrie werden könnte.

Google hat ein doppeltes Interesse an der Autoindustrie. Zum einen hält das Internet ins Auto Einzug – die Technologiekonzerne kämpfen um den Platz auf dem Armaturenbrett, damit die Nutzer auch unterwegs das Smartphone samt der installierten Dienste nutzen können. Zum anderen treibt der Konzern die Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge voran, wie sich unter anderem am Google Car zeigt.

Bei der Einbindung der Smartphones liefern sich Google und Apple ein hartes Rennen. Android Auto bringt die vom Smartphone bekannte Bedienung auf die Auto-Displays - und die Navigation soll von der Verknüpfung der Google-Karten mit Kalender und Adressbuch der Android-Nutzer profitieren. 40 neue Partner hat Google schon dafür gewonnen. Darunter sind unter anderem Audi, Volkswagen, Opel, Renault, Fiat und Volvo. Software-Entwickler können speziell Apps für den Einsatz im Auto schreiben. Das System ähnelt dem Konzept „CarPlay“ von Apple.

Bei Ford trieb Mulally die Vernetzung des Autos voran und ließ beispielsweise Programmierer Apps für Ford-Fahrzeuge schreiben. Es kommt nicht von ungefähr, dass der Konzern im Februar den neuen Focus auf der Mobilfunkmesse in Barcelona vorstellte, nicht auf dem Genfer Autosalon. Mulally weiß daher um die Schwierigkeiten, digitale und automobile Welt mit ihren unterschiedlichen Entwicklungszyklen und Kulturen zusammenzubringen. Davon könnte nun auch Google profitieren.

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