Wechselkursschwankungen
Konzerne kämpfen gegen den Dollar-Verfall

Die anhaltende Schwäche des US–Dollars treibt Finanzvorständen in der Euro-Zone den Schweiß auf die Stirn. Um sich gegen schwankende Wechselkurse abzusichern, gehen viele Unternehmen Wetten ein – sie setzen auf steigende oder sinkende Wechselkurse. Das rasante Tempo der Wechselkursschwankungen überrascht selbst die Finanz-Profis.

HB DÜSSELDORF. Manche schwenken sogar auf eine neue Strategie um. Der Autohersteller BMW etwa sicherte Währungsrisiken bisher nur in bescheidenem Umfang ab, muss aber angesichts massiver Gewinnbelastung jetzt umsteuern. Heidelberger Druck brachte die Dollarschwäche zuletzt sogar in heftige Turbulenzen an der Börse.

Währungssicherung über Termingeschäfte ist für Finanzvorstände zwar Alltag, das rasante Tempo der Kursverschiebung haben aber selbst Euro-Optimisten unter ihnen nicht erwartet. Preise sind wie beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS oftmals nur auf 1,35-Dollar-Basis kalkuliert, Exporte maximal zu Kursen um 1,40 Dollar je Euro abgesichert. Das Knacken der 1,50 Dollar-Schwelle hat noch vor kurzem kaum jemand für möglich gehalten. Schon gar nicht das anhaltend niedrige Niveau der US-Währung.

Um sich gegen die Folgen schwankender Wechselkurse zu wappnen, sichern viele Unternehmen ihr Geschäft durch Hedging ab. Dabei gehen sie Termingeschäfte ein, etwa mit einer Bank und wetten praktisch auf steigende oder sinkende Wechselkurse. Erlöseinbußen beim Warenexport werden so durch Währungsgewinne aufgefangen. Abgesehen von den Kosten einer solchen Sicherung. Die eigentlichen Fragen lauten: Was ist der richtige Kurs? Und in welchem Umfang soll man den erwarteten Export absichern? Doch alles Absichern hilft langfristig nichts: Denn in der Euro-Zone hergestellte Produkte werden im Dollar-Raum immer teurer und sind damit weniger wettbewerbsfähig.

Alternative ist deshalb das so genannte Natural Hedging. Firmen verlagern ihre Produktion oder Teile davon in den Dollar-Raum oder sie kaufen verstärkt im Dollar-Raum bei Lieferanten ein. Idealerweise bewegen sich Export und Einkauf im Dollar-Raum in der Waage, dieses Kunststück dürfte allerdings in den seltensten Fällen gelingen. Trost bietet Europas Unternehmen nur der Blick auf das Erdöl. In Dollar ist der Preis seit Januar 2006 von 65 auf fast 100 Dollar gestiegen, in Euro aber nur von 55 auf 65 Euro.

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