Weg vom Rentnerimage: Harley Davidson sucht neue Märkte

Weg vom Rentnerimage
Harley Davidson sucht neue Märkte

Der Motorradabsatz in Deutschland und den USA sinkt seit Jahren. Auch die Kultmarke Harley Davidson leidet unter der sinkenden Nachfrage bei ihren PS-starken Zweirädern. Mit einem Strategiewechsel sollen neue Käuferschichten erschlossen werden.
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New York, MünchenDer Auftritt mit Leder und Chrom ist martialisch, die Anreise aber eher gemütlich. Statt den direkten Weg über die Autobahn wählte die Gruppe aus Wiesbaden den bequemen Autoreisezug zum Harley-Treff am Gardasee. „Den Stress tun wir uns nicht mehr an“, sagt der Gruppenälteste, der auf die Siebzig zugeht. Die meisten seiner Mitstreiter mit Kutte und Chopper haben ihr Berufsleben ebenfalls hinter sich.

Die Episode vom jährlichen Harley-Treff am Gardasee zeigt exemplarisch das Problem der Kultmarke und der gesamten Motorradbranche: Es fehlt der Nachwuchs. Mittlerweile ist das Durchschnittsalter eines Motorradkäufers in Deutschland 46 Jahre. Auch in den USA schrumpft der Markt seit Jahren dramatisch, hinzu kommen die Folgen der Wirtschaftskrise.

Das trifft Harley Davidson empfindlich. Um 8,5 Prozent sanken die Verkäufe 2010 gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr 2009. 222000 Maschinen verkaufte Harley Davidson weltweit, drei Viertel davon auf dem Heimatmarkt. Nur dank üppiger Gewinne aus dem Finanzierungsgeschäft rettete sich der Konzern im Gesamtjahr in die schwarzen Zahlen.

Konzernchef Keith Wandell kündigte einen Strategiewechsel an: Harley Davidson will weg von seinem Rentnerimage. Vor allem Frauen und junge Männer will der Motorradbauer aus Milwaukee als neue Kunden gewinnen. Im Juli brachte Harley die Reihe „Super Low“ auf den Markt – Motorräder mit besonders niedriger Sitzhöhe, die speziell auf weibliche Fahrer zugeschnitten sind. Vor wenigen Tagen wurde die „Blackline“ eingeführt, ein Motorrad für Biker unter 34, das ab 15499 Dollar verkauft wird. Die ersten Reaktionen seien positiv, versicherte Harley-Chef Wandell gestern bei der Vorstellung der Quartalszahlen: „Mehr als zwei Drittel der Super Low verkaufen wir an neue Kunden“.

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