Weg zur Kostensenkung geht nicht an tariflich festgelegten Bestimmungen vorbei
Steinkühlers "Pinkelpause“ in der Kritik

Die Arbeitgeber im Südwesten ärgert sie immer mehr, obwohl sie selbst ihre Unterschrift schon im Jahr 1973 unter den Tarifvertrag gesetzt haben. Es geht um die „Steinkühler-Pause“. In keinem anderen Metall-Tarifgebiet außer Baden-Württemberg gibt es pro Stunde fünf Minuten „persönliche Bedürfniszeit“ für Akkordarbeiter, besser bekannt als „Steinkühler-Pinkelpause“.

HB STUTTGART. Benannt nach dem früheren Bezirksleiter Franz Steinkühler, der sogar dafür einen Streik wagte. Jetzt, bei den Kostensenkungsplänen der Unternehmen, spielt die „Steinkühler-Pause“ eine wichtige Rolle: Schließlich verteuert sie die Arbeit im Südwesten, weil pro Tag rund 30 Minuten „ohne Schaffe“ bezahlt werden müssen. Für DaimlerChrysler, Bosch und große Autozuliefer ein wichtiger Kostenfaktor.

Doch die „Steinkühler-Pause“ ist nicht der einzige Vorteil der Arbeitnehmer im Südwesten gegenüber anderen Tarifgebieten. Relativ üppig sind in Baden-Württemberg auch die Zuschläge geregelt. Alles noch aus einer Zeit als es der Autoindustrie in der Region und damit auch den Zulieferern recht gut ging. Spätzuschläge in Höhe von 20 Prozent gibt es im Südwesten schon von 12.00 Uhr an. Wer Nachtschicht arbeitet, dem winken von 19.00 Uhr an 30 Prozent Zuschläge.

Davon können Arbeitnehmer in einigen anderen Tarifgebiete nur träumen. Im Werk Bremen von Daimler-Chrysler gibt es weder die „Steinkühler-Pause“ noch so hohe Spätzuschläge wie im Südwesten. Aber an beidem zu rütteln, fällt den Unternehmen schwer, denn diese Regelungen können sie nicht allein mit dem Betriebsrat abschaffen. Sie fallen in die Zuständigkeit des Flächentarifvertrages und damit in die Verantwortung der IG Metall.

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