"Weg zur Rettung von Arbeitsplätzen"
Rückkehr zur 40-Stunden-Woche gefordert

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland müssen mit längeren Arbeitszeiten rechnen. Vertreter der Wirtschaft und der Union haben sich - nach der Einigung auf längere Arbeitszeiten bei Siemens - für eine generelle 40-Stunden-Woche ausgesprochen.

HB BERLIN. „Eine Verlängerung der Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich darf jedenfalls nicht nur in Notfällen möglich sein“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, dem Magazin „Focus“. Der Präsident des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK), Ludwig-Georg Braun, lobte die Vereinbarung nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ als beispielhaften Weg zur Rettung von Arbeitsplätzen. Nach Worten des Hauptgeschäftsführers von Gesamtmetall, Hans Werner Busch, werden nun eine Reihe von Unternehmen über die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche nachdenken. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk.

CDU-Vorsitzende Angela Merkel sprach von einem richtigen Signal. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber sagte, mit der Einigung sei der deutsche Sonderweg einer 35-Stunden-Woche am Ende. Ein Sprecher der Bundesregierung bezeichnete Meldungen als frei erfunden, wonach die Regierung einen Feiertag streichen wolle, um die Konjunktur anzukurbeln.

Am Donnerstag hatten sich Siemens und IG-Metall verständigt, in den von einer Stellenverlagerung nach Ungarn bedrohten Standorten in Kamp-Lintfort und Bocholt die Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich auf 40 Stunden in der Woche zu verlängern. Zudem erhalten die Mitarbeiter statt Weihnachts- und Urlaubsgeld eine erfolgsabhängige Prämie. Im Gegenzug gab Siemens eine zweijährige Bestandsgarantie für die beiden Standorte. Nach Angaben der Zeitung „Die Welt“ macht dieses Beispiel Schule. Nach Angaben der Zeitung verhandeln derzeit über 100 Unternehmen über eine entsprechende Vereinbarung, darunter DaimlerChrysler und MAN.

IG-Metall-Chef Jürgen Peters bekräftigte Aussagen, wonach seine Gewerkschaft die Vereinbarung als Einzelfall betrachte. Eine generelle Rückkehr zur 40-Stunden-Woche komme nicht in Frage. Entsprechende Versuche der Arbeitgeber würden auf heftigen Widerstand stoßen.

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