Wegen Eurokrise
Siemens-Finanzvorstand warnt vor Kreditklemme

Siemens-Finanzchef Joe Kaeser zeigt sich beunruhigt angesichts der in Europa grassierenden Schuldenkrise. Eine unmittelbare Gefahr für den eigenen Konzern sieht der Manager nicht, eher für Kunden des Elektrokonzerns.
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Hamburg/MünchenSiemens-Finanzvorstand Joe Kaeser fürchtet angesichts der Schuldenprobleme im Euro-Raum um die Refinanzierung der Unternehmen. Einige hoch verschuldete EU-Staaten kämen wohl "auf Dauer um eine Schuldenrestrukturierung nicht herum", sagte Kaeser der "Financial Times Deutschland". "Ein solcher Kapitalschnitt könnte eine zweite Krisenwelle in der Finanzwirtschaft auslösen - und das zu einer ernsten Kreditklemme führen." Der Elektrokonzern hätte damit zwar kein Problem, weil Siemens praktisch schuldenfrei ist - wohl aber die Kunden. "Unsere Kunden könnten Investitionen und Projekte verschieben, weil ihnen der Anreiz, die Liquidität oder beides fehlt."

Kaeser warnte außerdem, Griechenland sei mit Sparen alleine nicht nachhaltig zu sanieren. "Das Land braucht vor allem ein Wiedererstarken der industriellen Basis, also einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts und des Exports." Obwohl Siemens-Konkurrenten wie die amerikanische General Electric oder die Schweizer ABB in der jüngsten Zeit mit größeren Übernahmen von sich reden machten, sieht Kaeser Siemens nicht unter Zugzwang. "Angesichts der aktuellen Verhältnisse im Markt ziehen wir Investitionen in das organische Wachstum vor."

Die Brücke vom aktuellen Jahresumsatz von gut 70 Milliarden Euro zum Mittelfristziel von 100 Milliarden Euro werde der Konzern über Akquisitionen nicht kurzfristig schließen. Siemens habe seine industrielle Wertschöpfungskette gut abgebildet, es gebe keine strukturellen Lücken. Kaeser hatte im Februar gesagt, dass Siemens wieder größere Übernahmen im Milliardenbereich stemmen könnte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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