Wegen Finanzkrise erneut Prognose gesenkt
General Electric: Der Leithammel lahmt

Mit General Electric (GE) hat die sich zuspitzende Finanzkrise jetzt auch ein Schwergewicht der US-Industrie erfasst. Der Konzern verschreckte Anleger am Donnerstag mit der zweiten Gewinnwarnung dieses Jahres - Anleger fürchten, dies könne nur der Anfang einer ganzen Reihe von gesenkten Unternehmensprognosen sein.

NEW YORK. Die ausufernde Kreditkrise ist beim Dow-Jones-Schwergewicht General Electric (GE) und damit im Herzen der US-Wirtschaft angekommen. Die Turbulenzen belasten vor allem die Finanzsparte des weltgrößten Mischkonzerns stark. GE rechnet damit, dass sein Gewinn im laufenden Jahr um bis zu 2,5 Mrd. Dollar niedriger ausfallen könnte als bisher prognostiziert. Entsprechend würde GE 2008 knapp 20 Mrd. Dollar Gewinn abliefern und nicht wie bisher erwartet 22 bis 23 Mrd. Dollar.

Konzernchef Jeffrey Immelt kündigte zudem eine Reihe von Maßnahmen an, um die Kapitalbasis des Konzerns zu stärken und sein Ausnahme-Rating "AAA" am Finanzmarkt nicht zu gefährden. So will GE ein 15 Mrd. Dollar schweres Aktienrückkauf-Programm aussetzen und erstmals seit den 70er-Jahren auf eine Erhöhung der Dividende verzichten.

Die zweite Gewinnwarnung dieses Jahres begründete GE mit einer "beispiellosen Schwäche und Volatilität im Markt für Finanzdienstleistungen". Immelt, 52, versuchte Investoren mit einem Branchenvergleich zu beruhigen: Zwar müsse GE in der Finanzsparte im dritten Quartal mit einem deutlichen Gewinnrückgang auf rund zwei Mrd. Dollar rechnen. Dieser Betrag übertreffe jedoch vermutlich "die Ergebnisse jeder anderen Firma aus dem Finanzsektor".

Investoren befürchten seit Monaten, dass GE unter den Wirren der Kreditkrise leiden wird. Der Aktienkurs des seit 1896 im Börsenindex Dow Jones notierten Traditionskonzerns hat innerhalb eines Jahres mehr als 40 Prozent an Wert verloren und zeigt damit sinnbildlich an, wie schwer "Corporate America" vom Ende des Kredit-Booms getroffen wird. Zwar ist der Siemens-Konkurrent in zahlreichen Geschäftsfeldern aktiv, von Hausgeräten und Medizintechnik über Flugzeugturbinen und Fernsehsender (NBC) bis hin zum Bau von Atomkraftwerken. Die Abhängigkeit von der Finanzbranche, die in vergangenen Jahren für Rekordergebnisse sorgte, wird jedoch mit einem Mal zur Belastung für den Weltkonzern.

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