Wegen Kodak-Insolvenz
Heidelberger Druck verfehlt Ergebnisziel

Die Insolvenz des US-Kameraherstellers Eastman Kodak wird das Ergebnis von Heidelberg Druck belasten. Der Druckmaschinenhersteller hat in den USA ein Gebäude an Kodak untervermietet - und bangt um die Einnahmen.
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FrankfurtDer Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck hat wegen der Insolvenz des US-Kameraherstellers Eastman Kodak seine Ziele verfehlt. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse liege im Geschäftsjahr 2011/12 zwischen Null und fünf Millionen Euro, teilte Heidelberger Druck am Freitag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2011/12 hatte der Konzern eine spürbare Ergebnisverbesserung in Aussicht gestellt, nachdem er im Vorjahr vier Millionen Euro verdient hatte.

Wegen der im Januar angemeldeten Insolvenz von Kodak habe Heidelberger Druck die Risikovorsorge um einen niedrigen zweistelligen Millionen Euro-Betrag erhöht, erklärte der Konzern. Im vierten Quartal schrumpfte das Betriebsergebnis ohne Sondereinflüsse somit auf 20 (Vorjahr: 30) Millionen Euro. Heidelberger Druck hat in Rochester in den USA ein Verwaltungs- und Produktionsgebäude an Kodak untervermietet. Der Umsatz kletterte hingegen zwischen Januar und März auf rund 780 (745) Millionen Euro - der höchste Quartalsumsatz seit drei Jahren.

Große Hoffnungen setzt Heidelberger Druck nun auf die im Mai stattfindende weltgrößte Druckmaschinenmesse drupa. „Die Leitmesse drupa kommt jetzt zur richtigen Zeit; wir erwarten positive Impulse für die Branche“, sagte Heidelberger-Chef Bernhard Schreier. Vor der Messe hielten sich die Kunden jedoch mit Bestellungen zurück. Im vierten Quartal lag der Auftragseingang mit über 570 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau von 637 Millionen Euro.

Ende März hatte Heidelberger Druck sich mit den Arbeitnehmern auf den zweiten massiven Stellenabbau innerhalb von drei Jahren geeinigt. Innerhalb von zwei Jahren sollen rund 2000 der verbliebenen 15.400 Arbeitsplätze wegfallen, der Rest der Belegschaft arbeitet von Mai an nur 31,5 statt 35 Stunden bei zehn Prozent weniger Lohn. Das Sparprogramm solle die Kosten im Geschäftsjahr 2013/14 (31. März) um 180 Millionen Euro senken und einen operativen Gewinn von 150 Millionen Euro bringen, bekräftigte Heidelberger Druck am Freitag.

Endgültige Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr will der Konzern am 14. Juni vorlegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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