Wegen Protesten
Monsanto zieht Genanbau-Anträge zurück

Bereits im Mai hatte Monsanto angekündigt, den Anbau von Genpflanzen in der EU aufzugeben und keine neuen Anträge zu stellen. Nun hat der Saathersteller auch alle laufenden Verfahren gestoppt – bis auf eine Ausnahme.
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Der US-Agrarkonzern Monsanto zieht alle ausstehenden Zulassungsanträge für den Anbau von Genpflanzen in der Europäischen Union zurück. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Brüssel. Eine Neuzulassung des Genmaises MON810 werde aber weiter verfolgt. Die EU-Kommission bestätigte die Ankündigung und teilte mit, sie nehme die Entscheidung des Konzerns „zur Kenntnis“.

Monsanto hatte im Mai bereits angekündigt, für seine Genpflanzen keine neuen Anbauerlaubnisse in der EU mehr zu beantragen. Das Unternehmen begründete dies mit dem großen Widerstand in Europa gegen Genpflanzen. Anderswo angebauten Mais will Monsanto aber weiterhin zur Verarbeitung in Lebens- und Futtermitteln in der EU registrieren.

Der Anbau des Monsanto-Genmaises MON810 wurde in der EU 1998 für zehn Jahre erlaubt. Wegen der kritischen Haltung mehrerer EU-Länder gibt es bisher noch keine Einigung über eine Neuzulassung - der Anbau bleibt jedoch bis zu einer endgültigen Entscheidung erlaubt. Deutschland und eine Reihe von weiteren EU-Ländern haben den Anbau der Pflanze auf ihrem Gebiet jedoch verboten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Rückzug Monsantos wurde sogar heute in der Tagesschau gemeldet. Komisch, vorher hörte man beim öffentlich-rechtlichen NICHTS über Monsanto, auch nichts über irgend welche Proteste.

  • @hafnersp

    Monsanto und ander Firmen sind Teil und Handlanger der amerikanischen Imperialmacht

  • Sicherlich haben die Strategen dieser Konzerne schon eine gute Möglichkeit entwickelt, wie man sowohl die Öffentlichkeit als auch die Parlamente ausmanövrieren kann - während man in aller Öffentlichkeit und publikumswirksam "zurückrudert". Vermutlich hat auch Fredi recht, daß es ein strategischer (vorläufiger) Rückzug ist, bis man im Rahmen des "Freihandelsabkommens" dann um so direkter zuschlagen kann (das ist schließlich er Sinn des Freischwindels-Abkommens für die USA, daß sie mit ihrer Lizenz- und Rechtsanwalts-Potemkin-Wirtschaft Europa aussaugen können).

    Um Monsanto mache ich mir keine Sorgen. Um alles andere umso mehr.

    Es wird Zeit, die Besatzungsmacht heimzuschicken!

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