Wegen schwachen Dollars
EADS drückt bei Verlagerung auf's Tempo

Angesichts des schwachen Dollars könnte EADS nach Angaben seines Nordamerika-Chefs noch in diesem Jahr eine Vorentscheidung über eine Produktionsverlagerung in die USA treffen. Es gebe entsprechende Überlegungen, sagte Ralph Crosby auf einem Branchentreffen in Washington.

HB WASHINGTON. "Wir sind aber noch ganz am Anfang“, sagte Cosby und verwies darauf, dass die Entscheidung letztlich von der Konzernführung gefällt werde. "Wenn wir aus der Eurofalle heraus sollen, müssen wir entweder hier oder an noch kostengünstigeren Standorten mehr machen.“

Logischer Kandidat für eine Produktion in den USA wäre der A330, sagte Cosby. Ein EADS -Sprecher hatte bereits am Montag darauf hingewiesen, dass die Voraussetzung dafür aber der Zuschlag für den Bau von 180 Tankflugzeugen für die US-Luftwaffe ist, um den sich EADS zusammen mit Northrop Grumman bemüht. Um den milliardenschweren Tankflugzeugauftrag konkurriert EADS mit dem US-Flugzeughersteller Boeing, der eine Maschine auf Basis der 767 anbietet.

Basis des EADS -Tankflugzeugs KC-30 ist der Airbus A330. Sollten die Europäer den Auftrag erhalten, will Airbus die Flugzeuge in Mobile im US-Bundesstaat Alabama bauen. Nach dem Auslaufen des Tankflugzeug-Auftrags könnten an dem Standort auch Passagierversionen des A330 gebaut werden, sagte der Sprecher. Der A330 ist auch bei US-Fluggesellschaften recht beliebt.

Der hohe Euro-Kurs macht der EADS -Tochter Airbus derzeit stark zu schaffen, da der Flugzeughersteller bislang ausschließlich in Europa produziert. Flugzeuge werden jedoch traditionell für Dollar verkauft. EADS -Chef Louis Gallois hatte erst am Montag die Verlagerung von Teilen der Produktion aus dem Euro-Raum als überlebenswichtig bezeichnet. Er hatte auch angekündigt, dass Airbus in den nächsten Jahren eine Milliarde Euro zusätzlich einsparen müsse. Vor allem im Wettkampf mit dem Konkurrenten Boeing, der im Dollar-Raum produziert, sei dies enorm wichtig, merkte Crosby an.

Der Nordamerika-Chef von EADS kündigte zudem an, dass der europäische Konzern im nächsten Jahr bis zu 1,5 Mrd. Dollar für die Übernahme einer US-Firma ausgeben wolle. Dabei wolle EADS seine Stellung bei Sensoren und Kommunikationstechnik stärken.

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