Wegen Severstal-Fusion
Arcelor-Aktionäre verlangen Hauptversammlung

Ein Zusammenschluss mit Severstal, um Mittal auszubremsen, stößt längst nicht bei allen Arcelor-Aktionären auf Gegenliebe. Der Widerstand gegen den russischen Konzern gewinnt an Stärke.

HB LUXEMBURG. Mehr als die erforderlichen 20 Prozent des Aktienkapitals haben den Verwaltungsratspräsidenten Joseph Kinsch schriftlich zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung aufgefordert, hieß es am Mittwoch in Branchenkreisen. Dabei sollten die Aktionäre über einen Zusammenschluss mit Severstal entscheiden können. Die luxemburgische Börsenaufsicht genehmigte unterdessen das nachgebesserte Angebot von Mittal Steel für eine Arcelor-Übernahme. Arcelor will mit der Severstal-Fusion einen Kauf durch Mittal verhindern.

Eine Mittal-Sprecherin sagte, nach ihren Informationen hätten sogar etwa 30 Prozent des Kapitals eine Abstimmung über die Severstal-Transaktion eingefordert. „Wir begrüßen diese Initiative. Aktionäre sollten das Recht haben, zwischen den beiden Fusionen zu wählen“, sagte sie. Nach Angaben von Arcelor liegen dem Konzern noch „keine offiziellen Schreiben von Aktionären“ vor.

Im Juni stehen bei Arcelor bereits zwei außerordentliche Hauptversammlungen an. Am 21. Juni sollen die Aktionäre über ein Aktien-Rückkaufprogramm in Höhe von fünf Mrd. Euro entscheiden. Am 28. Juni soll die die Fusion mit Severstal abgesegnet werden.

Dabei müssten allerdings 50 Prozent des gesamten Aktienkapitals gegen eine Fusion mit dem russischen Stahlmilliardär Alexej Mordaschow stimmen, um diese zu stoppen. Dies gilt als praktisch unmöglich, da wegen des hohen Streubesitzes von Aktien bei Arcelor- Hauptversammlungen meist nur ein Drittel des Kapitals mobilisiert werden kann. Der Antrag der protestierenden Aktionäre läuft darauf hinaus, den Abstimmungsmodus bei der von ihnen geforderten Versammlung so zu ändern, dass zwei Drittel des anwesenden Kapitals für eine Entscheidung ausreichen.

Arcelor hat Ende vergangener Woche überraschend das geplante Zusammengehen mit Severstal angekündigt. Mordaschow soll mit 32 Prozent an Arcelor beteiligt werden. Die Fusion, die Ende Juli abgeschlossen sein soll, lässt sich der luxemburgische Stahlkonzern rund 13 Mrd. Euro kosten. Mit Arcelor-Severstal entstünde der weltgrößte Stahlkonzern mit einem Jahresumsatz von 46 Mrd. Euro.

Die luxemburgischen Regulierer verlängerten auch die Laufzeit des Mittal-Angebots um eine Woche bis zum 5. Juli. Mittal hatte am 19. Mai, einen Tag nach Vorlage des ersten Angebots, die Offerte um 34 Prozent auf nun 25,8 Mrd. Euro angehoben. Der Baranteil wurde auf maximal 7,6 Mrd. Euro angehoben.

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