Wegen Test-Manipulationen

Mitsubishi verdient weniger

Der Skandal um manipulierte Spritverbrauchstests beschert dem japanischen Autohersteller Mitsubishi herbe Gewinneinbußen. Das Ausmaß des Skandals ist indes noch nicht abzusehen: Es drohen Schadenersatzzahlungen.
Der Skandal um manipulierte Testergebnisse lässt den Gewinn des Konzerns sinken. Quelle: dpa
Mitsubishi Motors Corp.

Der Skandal um manipulierte Testergebnisse lässt den Gewinn des Konzerns sinken.

(Foto: dpa)

TokioDer Skandal um manipulierte Spritverbrauchstests schlägt beim japanischen Autohersteller Mitsubishi im abgelaufenen Geschäftsjahr mit umgerechnet 155 Millionen Euro zu Buche. Der Konzern habe seine Geschäftsergebnisse entsprechend angepasst, teilte Mitsubishi am Mittwoch mit. Unter dem Strich sei der Gewinn um 39 Prozent auf umgerechnet 592 Millionen Euro gefallen. Japans sechstgrößter Autoproduzent hatte zunächst für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr einen Gewinn von 726 Millionen Euro verbucht.

Unterdessen ordnet Rivale Nissan, der mit einem 34-prozentigen Anteil faktisch die Kontrolle über Mitsubishi übernimmt, den Vorstand des Unternehmens neu. Neuer Chef der Forschung und Entwicklung bei Mitsubishi wird der Nissan-Manager Mitsuhiko Yamashita, wie Mitsubishi mitteilte. Nissan hatte bereits angekündigt, im Top-Management von Mitsubishi etwa ein Drittel der Führungskräfte stellen zu wollen. Zudem übernimmt Mitsubishis Vorstandschef Osamu Masuko auch das Amt des Präsidenten von Tetsuro Aikawa, der den Konzern verlässt.

So tricksen die Autobauer beim Diesel
Volkswagen
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Seit Monaten tobt der Dieselskandal bei Volkswagen. Der Auslöser: eine Software, die erkennt, ob ein Auto auf dem Prüfstand steht. Um die Abgasprüfer hinters Licht zu führen, erkannten die Fahrzeuge mit 1.2-, 1,6- und 2.0-Liter TDI-Motor beispielsweise ob das Lenkrad bewegt wurde. Mittlerweile müssen etliche Modelle des Konzerns, darunter auch Passat und Golf darum zurück in die Werkstatt.

Volkswagen
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Auch bei den Nachprüfungen des Kraftfahrtbundesamtes sind Modelle der Wolfsburger negativ aufgefallen. Fast 200.000 Fahrzeuge müssen zurück in die Werkstatt, weil eine gesetzliche Ausnahmeregelung wohl zu weit ausgelegt wurde. Bei einer zu hohen oder zu niedrigen Außentemperatur schalten die Fahrzeuge ihre Abgasreinigung ab. Die Hersteller begründen das mit dem Motorenschutz. Der Gesetzgeber sieht das offenbar anders. Betroffen sind der Amarok, aber auch der Lieferwagen Crafter.

Audi
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Und auch die VW-Premiumtochter Audi spielt im Dieselskandal eine größere Rolle als zunächst angenommen. Das illegale Abschaltung der Abgasreinigung, die den Skandal auslöste, soll sogar in Ingolstadt mitentwickelt worden sein. Auch in den jüngsten KBA-Nachprüfungen überschritten einige Audi-Modelle den gesetzlichen Grenzwert für den Stickoxid-Ausstoß. Unter anderem muss der Q5 zurückgerufen werden.

Porsche
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Auch bei Porsche gehörte der Betrug zum Geschäft. Wenige Wochen nach dem Ausbruch des Dieselskandals musste auch der Sportwagenbauer eingestehen, dass seine 3-Liter-Dieselmotoren eine illegale Abschalteinrichtung enthalten. Auch bei den Nachprüfungen des KBA fiel ein Porsche-Modell unangenehm auf: ausgerechnet der kompakte Macan überschreitet die Stickoxid-Grenzwerte bei niedrigen Außentemperaturen.

Mercedes
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Die Sprachregelung bei Daimler wackelt: bisher hatten die Schwaben alle Vorwürfe, man habe beim Diesel betrogen weit von sich gewiesen. Doch bei den Nachprüfungen des KBA fielen A-Klasse, B-Klasse und V-Klasse aus dem Rahmen und müssen nun bei einem Rückruf überarbeitet werden. Alle haben übrigens eins gemeinsam...

Renault
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...Denn die Daimler-Diesel kommen aus einer Kooperation mit dem französischen Autobauer Renault. Der steht ohnehin schon unter Beobachtung der französischen Behörden, die nach dem Ausbruch des Dieselskandals mehrere Razzien bei Renault vornahmen. Der jüngste Bericht des KBA soll darum auch an die französischen Behörden weitergeleitet werden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Opel
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Auch in Rüsselsheim sind die Dieselmotoren offenbar schmutziger als der Konzern es bisher zugegeben hat. Bei Zafira, Insignia und Cascada sind die Abgase wohl deutlich schmutziger, sobald die Temperatur unter 17 Grad fällt. Den vereinbarten Rückruf nennt man in Rüsselsheim "freiwillige Serviceleistung". Wohl auch um sich vor Schadenersatzforderungen zu schützen. Künftig sollen alle Modelle des Autobauers mit einem Harnstoff-Katalysator ausgerüstet werden.

Mitsubishi ist wegen der Manipulation von Verbrauchsangaben in wirtschaftliche Turbulenzen geraten. Geschummelt wurde nach Konzernangaben bei mindestens vier Modellen, davon zwei für Nissan hergestellten Fahrzeugtypen. Wie dem von einem Abgasskandal erschütterten Volkswagen -Konzern drohen Mitsubishi Schadenersatzzahlungen und Strafen. Analysten schätzen, dass das Unternehmen bis zu eine Milliarde Dollar auf den Tisch legen muss.

Nissan hatte vor zwei Wochen angekündigt, mit umgerechnet rund zwei Milliarden Euro bei Mitsubishi Motors einzusteigen. Japans Branchenzweiter ist bereits mit dem französischen Hersteller Renault verbündet. Zusammen mit Mitsubishi kommen die drei Marken auf 9,3 Millionen verkaufte Fahrzeuge im Jahr.

  • rtr
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