Wegen Vorwurfs der Wettbewerbsverzerrung
Opel-Betriebsrat kritisiert VW-Chef

Um die Opel-Rettung gibt es nicht nur politischen Streit. Konkurrenten beklagen eine Verzerrung des Wettberbs. "Mit Argwohn" beobachtet zum Beispiel VW-Vorstandschef Martin Winterkorn die Ereignisse - und holt sich prompt einen Rüffel samt Retourkutsche vom Opel-Konzernbetriebsrat.

HB BERLIN. "Wer bei der Rettung von Opel und der Beteiligung von Magna von Wettbewerbsverzerrung redet, erhofft sich durch den Niedergang von Opel den eigenen Wettbewerbsvorteil", sagte der Vorsitzende des Opel-Konzernbetriebsrats, Klaus Franz, am Freitag. Auf diese Weise könnten die eigenen Überkapazitäten ihrer Unternehmen auf Kosten von Opel abgebaut werden. Franz kritisierte damit Äußerungen von Wettbewerbern zu den geplanten Staatshilfen für den angeschlagenen Autohersteller und adressierte vor allem den VW-Vorstandschef Martin Winterkorn.

"Herr Winterkorn sollte bei seinen Äußerungen gegen Opel in Betracht ziehen, dass VW bereits in den 90er Jahren nur mit Staatshilfe überleben konnte und zudem seit jeher mit einer staatlichen Beteiligung von 20 Prozent gut fährt", erklärte Franz. "Die Androhung, Magna Aufträge zu entziehen, kommt einer Erpressung gleich, die den Prinzipien einer sozialen Marktwirtschaft widerspricht."

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn hatte zuvor gesagt, sein Unternehmen will die Behandlung von Opel nach einem Erwerb durch Magna genau unter die Lupe nehmen. "Wir beobachten mit Argwohn was da passiert", sagte er in Wolfsburg. "Bei der Vergabe von neuen Aufträgen werden wir sicher genau überdenken, ob damit eventuell ein Wettbewerbsnachteil für uns entstehen würde." Bei kleinen Zuliefererteilen sehe er keine Probleme, bei komplexen hingegen schon. "Da könne eine Situation entstehen, die für mich nicht akzeptabel wäre."

Der Deutschland-Chef von Ford, Bernhard Mattes, hatte gesagt: "Welche Entscheidung Politiker auch treffen, sie müssen die Chancengleichheit im Wettbewerb aller Automobilhersteller erhalten."

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