Weggegangene Stellen kommen nicht zurück
Daimler-Chrysler schraubt am Standort D

Durch das im Sommer mit dem Betriebsrat vereinbarte 500-Millionen-Euro-Sparpaket sieht Daimler-Chrysler die Arbeitsplätze in Deutschland vorerst gesichert. 2004 schuf Daimler-Chrysler in Deutschland 1600 neue Arbeitsplätze.

HB STUTTGART. „Wir gehen mit unseren deutschen Standorten gestärkt in die Zukunft“, sagte Personalvorstand Günther Fleig am Mittwoch in Stuttgart. Die Erweiterung der Mercedes-Produktion in Rastatt für die neue A- und die künftige B-Klasse sowie der Erfolg der in Wörth bei Karlsruhe gebauten schweren Lkw hätten zu 1 600 neuen Stellen in Deutschland geführt. Auch im nächsten Jahr sei kein Stellenabbau geplant. „Soweit man das vorhersehen kann, werden wir eine stabile Beschäftigungssituation haben“, sagte Fleig. Allerdings müssten die Mitarbeiter mehr Flexibilität zeigen.

Weltweit habe Daimler-Chrysler im zu Ende gehenden Jahr 9 000 Stellen geschaffen, die meisten davon bei Mercedes-Benz, in der Dienstleistungs-Sparte und im Vertrieb. Nach der Integration des japanischen Lkw-Herstellers Mitsubishi Fuso wuchs die Mitarbeiterzahl im Konzern bis kurz vor Jahresende um 24 000 auf weltweit 386 000. In Deutschland beschäftigt Daimler-Chrysler den Angaben zufolge 184 300 (Vorjahr: 182 700) Menschen.

Im Sommer hatte sich Daimler-Chrysler mit dem Betriebsrat auf jährliche Arbeitskosteneinsparungen von rund 500 Millionen Euro geeinigt, um die Produktion der E-Klasse in Deutschland (Bremen und Sindelfingen) zu halten, und betriebsbedingte Kündigungen im Gegenzug bis Ende 2011 ausgeschlossen. „Die Stellen wären nie mehr nach Deutschland zurückgekommen. Dieser Automobil-Standort (Baden-Württemberg) hätte einen Knacks bekommen“, umschrieb Fleig die Tragweite der Entscheidung. „Damit ist der Weg frei für weitere Investitionen am Standort Deutschland“, sagte der Personalvorstand. Weitere Effizienzsteigerungen blieben aber ein „absolutes Muss“, vor allem bei neuen Modellen, betonte er.

Das Sparpaket wird sich zum kleineren Teil 2006, überwiegend aber erst 2007 mit dem Anlauf der E-Klasse auswirken, wie Fleig sagte. Die Belegschaft verzichtet in der Summe auf vier Prozent Lohn, neue Mitarbeiter werden zu rund acht Prozent geringeren Löhnen eingestellt. Das Niveau liege aber immer noch über Tarif. In Forschung, Entwicklung, Produktionsplanung und Marketing kann bei Bedarf bis zu 40 Stunden pro Woche gearbeitet werden, für Beschäftigte in Dienstleistungsbereichen gelten 39 Stunden bei niedrigerem Lohn.

Versetzungen sind bei Daimler-Chrysler künftig leichter, die Auszubildenden werden nach dem Ende der Lehre übernommen, müssen wie andere neu eingestellte Beschäftigte in den ersten ein bis drei Jahren aber mit wechselnden Einsätzen an den verschiedenen Standorten leben.

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