Weichenhersteller
Thiele zieht Aufstockung bei Vossloh zurück

Rückzug beim Bundeskartellamt: Investor Thiele stockt vorerst nicht bei seinen Vossloh-Anteilen auf. Das hatte Folgen: Im MDax zählt der Weichenproduzent zu den größten Verlierern.
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DüsseldorfKnorr-Bremse-Eigner Heinz Hermann Thiele hat seine Pläne zur Aufstockung seiner Anteile am Bahntechnikkonzern Vossloh auf Eis gelegt. Thiele habe eine entsprechende Anmeldung beim Bundeskartellamt zurückgezogen, sagte ein Sprecher der Bonner Behörde am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Vossloh wie auch ein Sprecher Thieles wollten den Vorgang nicht kommentieren. An der Börse sorgte die Nachricht für einen weiteren Kursrutsch der Vossloh-Aktie. Das Papier des Konzerns, der die Anleger in den vergangenen Wochen bereits mit Prognosesenkungen enttäuscht hatte, büßte 4,6 Prozent ein und notierte bei 73 Euro und war damit einer der schwächsten Titel im Nebenwerteindex MDax .

Die Rücknahme der Anmeldung beim Kartellamt muss allerdings nicht bedeuten, dass Thiele sein Vorhaben aufgegeben hat. Es steht ihm rechtlich offen, einen erneuten Anlauf zu nehmen. Thiele war im Frühjahr bei einem Aktienkurs von rund 95 Euro bei Vossloh eingestiegen und hält inzwischen über 15 Prozent. Ende Juli hatte der 70-Jährige angekündigt, in den kommenden zwölf Monaten zukaufen zu wollen und dieses Vorhaben beim Kartellamt angemeldet. Knorr stellt Bremsen für Schienen- und Nutzfahrzeuge her, Vossloh produziert unter anderem Weichen und Lokomotiven.

Massive Probleme in China und maue Geschäfte in Russland hatten das Vossloh-Management jüngst gezwungen, seine Jahresziele für 2011 erneut einzudampfen. Der Konzern peilt nun einen Umsatz von 1,2 (Vorjahr: 1,35) Milliarden Euro an und einen operativen Gewinn von 90 bis 100 (152,1) Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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