Weichenstellung
Henkel-Erbin wird in Position gebracht

Der Traditionskonzern Henkel läutet eine neue Epoche ein. Nach dem Abgang des langjährigen Firmenchefs Ulrich Lehner setzt die einflussreiche Eigentümerfamilie auch auf eine frische Kraft an der Spitze des Aufsichtsrats.

HB DÜSSELDORF. Dem derzeitigem Aufsichtsratsvorsitzenden, dem 72-jährigen Albrecht Woeste, soll die 39-jährige Simone Bagel-Trah folgen, eine Ur-Ur-Enkelin des Gründers Fritz Henkel. Das kündigte Woeste am Montag auf der Hauptversammlung des Konsumgüterriesen in Düsseldorf an.

Bei dem Aktionärstreffen übergab der 61-jährige Ulrich Lehner den Chefposten an seinen Nachfolger Kasper Rorsted. Der 46-jährige Däne muss nun insbesondere die Integration des größten Zukaufs in der über 130-jährigen Geschichte des Herstellers von Pritt, Persil und Pattex in Angriff nehmen. Lehner wechselt aus Altersgründen in den mächtigen Gesellschafterausschuss. Diesen soll neben dem Aufsichtsrat in Zukunft ebenfalls Bagel-Trah führen.

Die Eigentümerfamilie habe ihn gebeten, die Henkel-Erbin für beide Spitzenposten vorzuschlagen, sagte Woeste. Einen Zeitpunkt für den Wechsel nannte er nicht. Bagel-Trah ist promovierte Mikrobiologin und bereits Mitglied in beiden Gremien. Die Erben von Fritz Henkel halten 51,48 Prozent der Stammaktien.

Der Konzern hatte Anfang April die Übernahme von Geschäften des Konkurrenten National Starch mit einem Umsatz von knapp zwei Mrd. Euro abgeschlossen, mit denen das Klebstoff- und Industriegeschäft des Düsseldorfer Unternehmens gestärkt werden soll. Lehner nannte dies einen „Meilenstein“ in der Unternehmensgeschichte. Um den 3,7 Mrd. Euro schweren Zukauf zu finanzieren, will sich Henkel von seiner US-Beteiligung Ecolab ganz oder teilweise trennen. Wann und wie dies geschehen soll, sei weiter offen, sagte Lehner.

Sein Unternehmen sieht er trotz steigender Rohstoffkosten und zunehmenden Wettbewerbsdrucks weiter auf Wachstumskurs. „Wir wollen auch zukünftig profitabel wachsen“, betonte der scheidende Henkel-Chef. Das operative Ergebnis (Ebit) und das Ergebnis je Vorzugsaktie (EPS) sollten weiter stärker zulegen als der Umsatz, bekräftigte er. Henkel wolle zudem in „naher Zukunft“ eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von über zwölf Prozent erzielen. Um weiter profitabel arbeiten zu können, will Henkel bis 2011 rund 3000 seiner etwa 53 000 Arbeitsplätze streichen. Der Abbau solle sozialverträglich erfolgen, unterstrich Lehner vor den Anteilseignern.

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