Weichenstellungen für die Zukunft
Spar- und Qualitätsoffensive bei VW

Während die Gerüchteküche beim Thema Volkswagen weiter kocht, versucht das Management die Weichen für die Zukunft des angeschlagenen Konzerns zu stellen. Der Abschied von Personalvorstand Peter Hartz im Zuge der Korruptionsaffäre ist beschlossene Sache. Zugleich stellte der Konzern am Mittwoch Einzelheiten seines verschärften Sparkurses vor und kündigte neue Modelle an.

HB WOLFSBURG. Das vierköpfige Präsidium des Aufsichtsrates empfahl einstimmig, das Rücktrittsangebot von Hartz anzunehmen. Eine Millionen-Abfindung soll es nicht geben, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), Mitglied des Präsidiums, in Wolfsburg. Hartz hatte im Sog der Affäre die Verantwortung für Unregelmäßigkeiten einzelner Mitarbeiter übernommen. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

Wulff sagte, er halte es für sicher, dass der Aufsichtsrat die Empfehlung des Präsidiums annimmt. Bis ein Nachfolger gefunden sei, werde Konzernchef Bernd Pischetsrieder das Amt des Personalvorstands übernehmen. Wie die „Welt“ berichtet, will Pischetsrieder in den Auflösungsvertrag eine „Revisionsklausel“ aufnehmen. Dadurch könnte Hartz nachträglich zu Regresszahlungen herangezogen werden, falls VW durch sein Verschulden ein Schaden entstanden sein sollte. Ein VW-Sprecher sagte, man äußere sich grundsätzlich nicht zu Einzelheiten in Verträgen.

Mit dem Abgang von Hartz endet eine Ära bei VW. Das IG Metall- Mitglied war seit 1993 Personalvorstand. Hartz galt als Vater wichtiger tarifpolitischer Vereinbarungen wie etwa der Einführung der Vier-Tage-Woche, mit der Massenentlassungen vermieden wurden. Der 63- Jährige war auch Mitverfasser der umstrittenen Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Bundesregierung. Die Rücktritte von Hartz sowie von Betriebsratschef Klaus Volkert waren an der Börse bereits positiv aufgenommen worden. Dies erweitere den Spielraum für Veränderungen, hieß es auf dem Parkett.

Wie am Mittwoch in Branchenkreisen zudem bekannt wurde, will der VW- Konzern in den kommenden drei bis vier Jahren rund 10 Mrd. € einsparen. Bis Ende 2008 soll damit eine Verbesserung des konzernweiten Nettoergebnisses um vier Mrd. € erreicht werden. 2004 war der Konzerngewinn erneut deutlich gesunken.

Seite 1:

Spar- und Qualitätsoffensive bei VW

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%