Weihnachtsfriede
Henkel und Daimler legen Formel-1-Streit bei

Der Konsumgüterhersteller Henkel und der Automobilkonzern Daimler haben ihren bizarren Streit um einen Sponsoringvertrag in der Formel 1 beigelegt. Sämtliche Differenzen seien ausgeräumt worden, teilten die Konzerne mit.
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HAMBURG. Noch vor wenigen Tagen standen sich die beiden Weltkonzerne unversöhnlich gegenüber. Jetzt hieß es von den Konzernen, es werde auf mögliche gegenseitige Ansprüche verzichtet, und jegliche gerichtlichen Aktivitäten würden beendet. Zuvor hatte Daimler auf der Einhaltung eines Dreijahresvertrags über 90 Mio. Euro bestanden, den der Formel-1-Rennstall Brawn GP am 31. Juli mit Henkel geschlossen haben soll. Brawn wurde im November von Daimler übernommen.

Sponsoringvertrag war gefälscht

Die 30 Mio. Euro, die dem Rennstall pro Saison aus dem Henkel-Sponsoring zufließen sollten, hätten einen wesentlichen Teil des Budgets ausgemacht. Daimler gibt keine Details bekannt, doch viele Teams in der Formel 1 kommen bei ihren Sponsoringeinnahmen insgesamt nur auf 50 Mio. Euro - einige fahren sogar wesentlich weniger ein. Der Henkel-Vertrag galt deshalb in Daimler-Kreisen als Coup.

Das Problem: Er war gefälscht. Wie Henkel-Chef Kasper Rorsted dem Daimler-Chef Dieter Zetsche zwei Monate nach Vertragsabschluss selbst mitteilte, hatte Henkel nie die Absicht, als Großsponsor in die Formel 1 einzusteigen - weder beim Daimler-Rennstall noch anderswo. Der Henkel-Mitarbeiter, der am 31. Juli den 90-Mio.-Vertrag mit Brawn unterzeichnete, handelte ohne Erlaubnis des Vorstands - ja ohne dass überhaupt irgendjemand im Konzern davon wusste.

Gegen diesen Mitarbeiter, bis vor kurzem Leiter der Sponsoring-Aktivitäten von Henkel, Kai von B., ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft. Dabei geht es auch um den Formel-1-Vertrag, vor allem aber um das umfangreiche Geschäft mit Scheinrechnungen, das Kai von B. seit Ende 2007 aufgezogen hatte. Mit gestohlenem Henkel-Briefpapier und gefälschten Unterschriften erschlichen sich er und zwei Komplizen 45 Mio. Euro. Im Oktober zeigte sich Kai von B. selbst an

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