Weinwirtschaft
Riesling & Co starten zur Welttournee

Deutschen Winzern stehen für Exportförderung nur bescheidene Mittel zur Verfügung – trotzdem boomt deutscher Wein im Ausland, wenn auch auf niedrigem Niveau. Besonders bei den nördlichen Nachbarn sind deutsche Tropfen beliebt.

KOPENHAGEN. Unter den Augen des Dänenkönigs Christian IV., der streng von einem Porträt am Eingang zur Alten Börse in Kopenhagen herabschaut, will Gitte Andersen es heute mal so richtig krachen lassen.

Die Kellnerin, die sonst im Bistro des Nobel-Kaufhauses Illum arbeitet, hält die Flasche mit deutschem Rieslingsekt in der einen, den Ulanensäbel in der anderen Hand – und schlägt der Flasche mit einem gekonntem Hieb den Kopf ab. Der Korken mit dem Kopfstück fliegt – begleitet von lauten „Ohs“ und „Ahs“ aus dem Publikum – in hohem Bogen durch die Luft.

Beim korrekten Sabrieren, so heißt diese spektakuläre Technik, bleiben weder Glassplitter noch scharfe Kanten am Flaschenhals zurück, und so kann Gitte auch dem deutschen Botschafter in Dänemark, Gerhard Nourney, gefahrlos ein Tröpfchen aus deutschen Landen anbieten.

Schon haben das nationale Fernsehen und die wichtigsten Boulevardblätter des kleinen skandinavischen Landes „ihre“ Bilder von der ersten Station der „Riesling & Co World Tour 2008“ im Kasten. Der diesjährige Werbefeldzug des deutschen Weines beginnt in der dänischen Hauptstadt, am 6. Mai macht er im kanadischen Toronto Station, bevor auch die Weinhändler in Chicago, New York und Tokio von den Vorzügen deutscher Gewächse überzeugt werden sollen. Schließlich endet die Tour im September im Amsterdamer Ajax-Stadion – vor rund 800 geladenen Gästen aus Gastronomie und Hotellerie.

Das Deutsche Weininstitut (DWI) will mit diesen Veranstaltungen die Gunst der Stunde nutzen, denn deutscher Wein ist weltweit beliebt wie noch nie: Die Exporte heimischer Winzer nahmen mengenmäßig im vergangenen Jahr um acht Prozent auf über drei Millionen Hektoliter zu, der Wert der Ausfuhren stieg sogar um dreizehn Prozent auf 635 Mill. Euro. Zweistellige Zuwachsraten verzeichnen vor allem die skandinavischen Länder. Dänemark legte bei den Weinimporten aus Deutschland in den letzten Jahren sogar um ein Drittel zu.

Dabei ist der deutsche Marktanteil mit etwas mehr als sechs Prozent am dänischen Weinkonsum – gelinde gesagt – durchaus noch ausbaufähig. Die Dänen, die ihren Wein im Gegensatz zu ihren norwegischen und schwedischen Nachbarn nicht im staatlich kontrollierten Schnapsladen („Systembolaget“), sondern im Supermarkt oder Fachhandel kaufen können, sind mit einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von 35 Litern wahre Weinliebhaber.

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