Weit entfernt von Vier-Prozent-Forderung der IG Metall
Volkswagen fordert Nullrunde

Die IG Metall will bei Volkswagen vier Prozent mehr Lohn durchsetzen, Personalchef Hartz verlangt eine Nullrunde. Es droht eine der härtesten Tarifrunden der Konzerngeschichte.

HB BERLIN. Beim Automobilkonzern Volkswagen zeichnen sich extrem harte Tarifverhandlungen ab. Personalvorstand Peter Hartz will bei den Mitte September beginnenden Verhandlungen eine Nullrunde erreichen, wie die Magazine «Spiegel» und «Focus» übereinstimmend berichteten. Dagegen fordert die IG Metall vier Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Den Vorabberichten vom Samstag zufolge will Hartz durchsetzen, dass die Löhne und Gehälter mindestens ein Jahr lang nicht steigen. Volkswagen strebt an, bis 2011 die Lohnkosten um 30 Prozent zu minimieren. Laut Focus sollen pro Jahr Personalkosten von mehr als 500 Millionen Euro gespart werden. Dafür sollten die Beschäftigten ihre Arbeitszeiten stärker als bisher an der Marktlage ausrichten und auf «Lebensarbeitszeitkonten» verbuchen, hieß es.

Wie der «Spiegel» weiter berichtete, sollen Pausen künftig gar nicht mehr bezahlt werden. Wenn das Unternehmen Verluste mache, sollen die Löhne um bis zu 30 Prozent gesenkt werden können. Zwischen Hartz' Vorstellungen und den Forderungen der IG Metall liegen Welten – das weiß auch der VW-Personalchef: Dem Konzern stehe «die schwierigste Tarifrunde seit zehn Jahren» bevor, sagte er laut «Spiegel». Streiks erscheinen fast unausweichlich.

Besonderer Sprengstoff verbirgt sich dem Nachrichtenmagazin zufolge hinter den von Hartz geforderten «Co-Investments» der Belegschaften: Alle Werke sollen sich wie bisher um die Produktion eines neuen Modells bewerben können – künftig soll sich aber die Belegschaft in jeder Fabrik, damit sie als günstiger Anbieter den Zuschlag erhält, auch verpflichten können, bei Bedarf Mehrarbeit ohne Bezahlung zu leisten. Dies würde den Haustarifvertrag durchlöchern, so der «Spiegel».

Die IG Metall fordert dem Bericht des «Focus» zufolge derweil vom VW-Management konkrete Zusagen darüber, welche Autos, Motoren und Getriebe künftig in den sechs westdeutschen VW-Werken gebaut werden. Die IG Metall verlangt neben der Lohn- und Gehaltserhöhung eine Bestandsgarantie für die 103.000 Arbeitsplätze an den sechs inländischen Standorten, wie IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine am Freitag der «Netzeitung» sagte. Er drohte VW mit einem «heißen Herbst».

Ein Sprecher des Konzern wollte die Berichte am Samstag nicht kommentieren. Er verwies auf eine Pressekonferenz zu dem Thema am Montag. Dort will VW-Chef Bernd Pischetsrieder ein neun bis bis zehn Punkte umfassendes Programm vorlegen, mit dem das Unternehmen in die am 15. September beginnenden Verhandlungen einsteigen will.

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