Weiter Verhandlungen über den Sanierungsplan - Managementfehler eingeräumt
Bei Opel laufen die Bänder wieder

Nach knapp einer Woche Zwangspause ist am Montag in sämtlichen europäischen Opel-Werke die Arbeit wieder aufgenommen worden. „Die Produktion an den Standorten läuft normal“, sagte ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim.

HB RÜSSELSHEIM. Wegen des wilden Streiks im Bochumer Opel-Werk gegen die radikalen Sanierungspläne hatten mehrere Werke die Bänder stoppen müssen. Europaweit konnten nach Unternehmensangaben rund 7 000 Wagen nicht gebaut werden. Den entstandenen Schaden wollte der Sprecher nicht beziffern. Die Mutter General Motors (GM) will bis 2006 europaweit 12 000 der 63 000 Stellen abbauen, davon allein 10 000 - fast jeden dritten Arbeitsplatz - bei Opel in Deutschland.

Unterdessen setzten Gesamtbetriebsrat und Management in Rüsselsheim ihre Verhandlungen über den radikalen Sanierungsplan fort. Über den Stand der Gespräche bewahrten beide Seiten Stillschweigen. Betriebsrat und Geschäftsführung rechnen erst in einigen Wochen mit einem Ergebnis.

Der neue Opel-Vorstandschef Hans Demant räumte inzwischen Managementfehler ein. „Aus heutiger Sicht haben wir die Entwicklung des Marktes nicht richtig eingeschätzt und nicht früh genug auf die Bremse getreten“, sagte Demant der Autozeitschrift „Auto-Motor- Sport“, die am Mittwoch erscheint. Das Ergebnis entwickle sich schon seit Jahren in die falsche Richtung. „Wir hätten möglicherweise mit entsprechenden Maßnahmen bei der Adam Opel AG schon vor Jahren beginnen müssen. Aber diese Erkenntnis hilft uns heute nicht weiter.“

Demant hatte Anfang Juli die Führung bei der Adam Opel AG von Carl-Peter Forster übernommen. Opel schreibt seit Jahren rote Zahlen, allein 2003 hatte sich der operative Verlust auf 384 Millionen Euro summiert. Opel leide unter der schwachen Autokonjunktur und dem Preisverfall der Branche in Deutschland, der in den ersten acht Monaten sechs bis sieben Prozent betragen habe. „Da hat man keine Chance, auf der Kostenseite ähnlich kurzfristig zu reagieren“, sagte Demant. „Wir müssen jetzt die Reißleine ziehen und unsere Organisation so verschlanken, dass wir in einem solchen Umfeld leben können.“

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